Unwetterwarnung für München und das Umland 

Unwetterwarnung für München und das Umland 
+
Ein Prozent der Weltbevölkerung hat 2016 mehr als der ganze Rest. Foto: EPA/Narendra Shrestha/Sergei Chirikov/Archiv

Ein Prozent der Weltbevölkerung hat 2016 mehr als der Rest

London (dpa) - Ölscheichs, Stahlmagnaten und Oligarchen: Ein Prozent der Menschen weltweit werden im Jahr 2016 so viel Vermögen angehäuft haben, wie die restlichen 99 Prozent der Weltbevölkerung zusammen.

Auf dieses Missverhältnis verwies am Montag die britische Hilfsorganisation Oxfam aus Anlass des am Mittwoch in Davos beginnenden Weltwirtschaftsforums. Im Jahr 2014 besaß ein Prozent der Weltbevölkerung 48 Prozent des Vermögens.

"Der weltweite Wohlstand ist zunehmend auf eine kleine Elite konzentriert", heißt es in dem zwölf Seiten starken Ungleichheits-Report, den Oxfam am Montag in London veröffentlichte. Die Relation ist nicht ganz neu. Bereits seit Jahren machen Oxfam und andere Menschenrechtsorganisation auf die ungleiche Verteilung des Vermögens und die daraus resultierenden Gefahren aufmerksam.

Für das Jahr 2013 hatten die Menschenrechtler etwa errechnet, dass 92 Multi-Milliardäre genauso viel besitzen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen - das sind mehr als 3,5 Milliarden Menschen. Im Jahr 2015 werden es nur noch 80 sein, obgleich die Weltbevölkerung zunimmt.

Das Vermögen der Top 80 stieg seit 2010 von 1,3 auf 1,9 Billionen Dollar. Auch regional sei der Reichtum ungleich verteilt. Fast ein Drittel der auf der Forbes-Liste aufgeführten 1645 Milliardäre weltweit haben einen US-amerikanischen Pass oder leben in den Vereinigten Staaten.

Die ungleiche Vermögensverteilung behindere den Kampf gegen die weltweite Armut, sagte Oxfam-Exekutiv-Direktorin Winnie Byanyima. Einer von neun Menschen auf der Erde habe nicht genug zu essen, eine Milliarde Menschen müssten mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag zurechtkommen. Der deutsche Linken-Politiker Dietmar Bartsch nannte die Entwicklung "pervers". Der SPD-Politiker Joachim Poß forderte die schnelle Einführung einer Finanztransaktionssteuer in Europa, um die Verursacher von Krisen an deren Kosten zu beteiligen.

Oxfam kritisiert, dass besonders viele Superreiche, die ihr Geld auf dem Pharma- und Gesundheitssektor verdienen, erheblich an Vermögen dazugewonnen haben, während die Weltgesundheit nur schrittweise vorankommt.

Byanyima wird in diesem Jahr als Co-Vorsitzende das Weltwirtschaftsforum leiten. Sie kündigte an, den Vorsitz zu nutzen, um für ein härteres Vorgehen gegen Steuervermeidung von Großkonzernen zu werben.

Studie Oxfam

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hamburger Oberverwaltungsgericht verbietet G20-Protestcamp
Das Hamburger Oberverwaltungsgericht hat das von den Gegnern des G20-Gipfels im Stadtpark geplante Protestcamp verboten. Zuvor hatte das Verwaltungsgericht das Verbot …
Hamburger Oberverwaltungsgericht verbietet G20-Protestcamp
So will Entwicklungsminister Müller den Flüchtlingsstrom stoppen
Noch immer kommen Tausende Flüchtlinge übers Mittelmeer. „Scheitert Europa an den Flüchtlingen?“, fragte Maybrit Illner daher im Talk. Entwicklungsminister Müller …
So will Entwicklungsminister Müller den Flüchtlingsstrom stoppen
Mindestens 13 Tote bei Bombenanschlag in Südpakistan
Bei einer Autobombenexplosion nahe einer Polizeiwache und einer Mädchenschule sind in der südpakistanischen Provinz Baluchistan mindestens 13 Menschen getötet und 16 …
Mindestens 13 Tote bei Bombenanschlag in Südpakistan
Nach Brand in Flüchtlingsunterkunft: Drei Männer festgenommen
Mitten in der Nacht bricht das Feuer aus. Schnell wird klar: Der Brand in der Flüchtlingsunterkunft in Lemgo war kein Zufall. Und die Polizei hat auch schon eine Spur.
Nach Brand in Flüchtlingsunterkunft: Drei Männer festgenommen

Kommentare