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Claudia Möllers

Kommentar: Reformations-Gedenkjahr

Ein starkes Zeichen

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Der Papst war bei der Reformations-Feier in Schweden. Ein historisches Zeichen, urteilt unsere Kommentatorin.

Nein, die Sensation hat sich am 31. Oktober 2016 im schwedischen Lund nicht ereignet. Der Papst hat nach fast 500 Jahren der Kirchenspaltung nicht die theologischen Hindernisse mit einem Federstrich beiseite gewischt und er hat keine Einladung zur Kommunion an die Protestanten ausgesprochen. Und trotzdem: Was sich am Reformationstag in Schweden ereignet hat, verdient allemal den Zusatz „historisch“.

Papst Franziskus und der Präsident des Lutherischen Weltbunds, Munib Younan, haben die Christen zur Einheit aufgerufen und verdeutlicht, dass man sich mit der Spaltung nicht abfinden dürfe. Gemeinsam haben sie dafür gebetet, dass der Weg der Versöhnung vorangeht. Auch wenn es sich viele, vor allem konfessionsverschiedene Ehepaare, gewünscht hätten – eine Blitz-Vereinigung konnte nicht erwartet werden. Zwar hat Papst Franziskus in der Vergangenheit schon mehrfach bewiesen, dass er ungewöhnliche Wege beschreitet, doch hier geht es um tiefer gehende theologische Probleme, die mit der nötigen Ernsthaftigkeit und Nachhaltigkeit gelöst werden müssen.

Nachdem die ökumenische Eiszeit überwunden ist, die die Beziehungen zwischen Katholiken und Protestanten bis vor kurzem gekennzeichnet hat, herrscht derzeit Aufbruchstimmung. Zum Start des Reformationsjubiläums haben der Papst und der Lutherische Weltbund in Lund ein starkes Zeichen gesetzt. Auch wenn das Ziel noch nicht erreicht ist: Beide Kirchen haben die Einheit fest im Blick. Dahinter geht es nicht mehr zurück. Es geht nur weiter voran.

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