+
Die Bundesregierung geht inzwischen von 800.000 neu ankommenden Flüchtlingen bis Jahresende aus.

Hilfe für Kommunen

Eine Milliarde Euro für Flüchtlingsheime

Berlin - Länder und Kommunen erhalten im laufenden Jahr eine Milliarde Euro vom Bund zur Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen. Zudem stellt das Auswärtige Amt Soforthilfe für Balkanstaaten. 

Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch in Berlin eine Verdopplung der bisher vorhergesehenen Gelder, wie aus Regierungskreisen mitgeteilt wurde. Angesichts stark gestiegener Flüchtlingszahlen werden damit Mittel in Höhe von 500 Millionen Euro, die bisher für das 2016 eingeplant waren, bereits bis Jahresende ausgezahlt.

Länder und Kommunen fühlen sich angesichts der hohen Flüchtlingszahlen mit der Versorgung und Unterbringung der Zufluchtsuchenden überfordert. Sie fordern über die bereits beschlossenen Gelder hinaus weitere Hilfen des Bundes. Der Bund hat zugesagt, sich ab 2016 "strukturell und dauerhaft" an den Kosten der Versorgung von Flüchtlingen zu beteiligen. Wie dies aussehen soll, ist aber noch offen. Beschlüsse dazu sollen in den kommenden Wochen fallen.

Auswärtige Amt stellt Hilfsgelder für westlichen Balkan

Die Bundesregierung geht inzwischen von 800.000 neu ankommenden Flüchtlingen bis Jahresende aus. Zuvor hatte sie in ihren Prognosen mit 450.000 Flüchtlingen in diesem Jahr gerechnet.

Zudem stellt das Auswärtige Amt angesichts der Flüchtlingskrise auf dem westlichen Balkan eine Million Euro Soforthilfe zur Verfügung. Das Geld soll Menschen zugutekommen, die sich derzeit in Serbien und Montenegro aufhalten, zwei der wichtigsten Durchgangsländer für Flüchtlinge. Damit sollen unter anderem Lebensmittel, Decken und Schlafsäcke gekauft werden. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte dazu am Mittwoch: „Wir können nicht tatenlos zusehen, wenn schutzsuchende Flüchtlinge in Nachbarstaaten der Europäischen Union in Not geraten.“

dpa/afp

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Großbritannien: Höchste Terrorwarnstufe wieder aufgehoben
Eigentlich hätte es für viele Briten ein schönes, langes Wochenende werden sollen. Denn am Montag haben sie frei. Doch es geht - trotz herabgestufter Terrorwarnstufe - …
Großbritannien: Höchste Terrorwarnstufe wieder aufgehoben
Irans Oberhaupt nennt Monarchen Saudi-Arabiens „Idioten“
Zwischen dem Iran und Saudi-Arabien geht es verbal hoch her. Ajatollah Ali Chamenei nennt die Führungsriege des Rivalen einen „wertlosen Haufen“.
Irans Oberhaupt nennt Monarchen Saudi-Arabiens „Idioten“
„Eine Krankheit“: Papst attackiert Finanzinvestoren
Der Papst hat in einer Rede vor Stahlarbeitern massiv gegen Spekulanten gewettert - er sprach von einer „wirtschaftlichen Krankheit“.
„Eine Krankheit“: Papst attackiert Finanzinvestoren
Trumps erster G7-Gipfel endet im Streit
Der erste G7-Gipfel mit Donald Trump brachte vor allem eines: Streit. Angela Merkel und Emmanuel Macron üben sich dennoch in Optimismus.
Trumps erster G7-Gipfel endet im Streit

Kommentare