Eine Frau bereitet Tee in einer Notunterkunft aus Ästen und Zweigen zu. Foto: Fitalew Bahiru/World Vision
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Eine Frau bereitet Tee in einer Notunterkunft aus Ästen und Zweigen zu. Foto: Fitalew Bahiru/World Vision
Mehr als 400.000 Vertriebene haben in der Stadt Gedeb Unterschlupf in einer Kirche, in Schulen und Gemeinden gefunden. Foto: Lucy Murunga/World Vision
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Mehr als 400.000 Vertriebene haben in der Stadt Gedeb Unterschlupf in einer Kirche, in Schulen und Gemeinden gefunden. Foto: Lucy Murunga/World Vision
Eine Frau und ihr Baby in einer Notunterkunft in Gedeb. Foto: Fitalew Bahiru/World Vision
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Eine Frau und ihr Baby in einer Notunterkunft in Gedeb. Foto: Fitalew Bahiru/World Vision
Geflüchtete sitzen zwischen zwei Zelten auf dem Boden. Foto: Fitalew Bahiru/World Vision
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Geflüchtete sitzen zwischen zwei Zelten auf dem Boden. Foto: Fitalew Bahiru/World Vision
Zwei Jugendliche füllen einen Wassertank im äthiopischen Gedeb. Foto: Fitalew Bahiru
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Zwei Jugendliche füllen einen Wassertank im äthiopischen Gedeb. Foto: Fitalew Bahiru
Eine Mutter geht in der von Dürre und Hunger geplagten Somali-Region mit ihren Kindern durch ein Flüchtlingsdorf. Foto: Kay Nietfeld
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Eine Mutter geht in der von Dürre und Hunger geplagten Somali-Region mit ihren Kindern durch ein Flüchtlingsdorf. Foto: Kay Nietfeld
Mehr als 800.000 Menschen wurden aus der westlichen Guji Zone vertrieben. Foto: Fitalew Bahiru/World Vision
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Mehr als 800.000 Menschen wurden aus der westlichen Guji Zone vertrieben. Foto: Fitalew Bahiru/World Vision

Helfer schlagen Alarm

Eine Million Menschen flüchten in Äthiopien

Alarmierende Zahlen kommen aus dem nordostafrikanischen Äthiopien. Im Süden des Vielvölkerstaates treibt Gewalt Hunderttausende Menschen in die Flucht. Diese Krise ist noch nicht auf dem internationalen Radar.

Addis Abeba (dpa) - In Äthiopien warnen Helfer vor einer humanitären Katastrophe. Hintergrund ist eine neue Gewaltwelle, die knapp eine Million Menschen in die Flucht getrieben hat.

Die Menschen lebten unter katastrophalen Bedingungen, sagte Crystal Wells vom Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) der Deutschen Presse-Agentur. Sollte die humanitäre Hilfe nicht schnell verstärkt werden, könne es für die betroffenen Menschen im Süden des Landes schlimme Folgen haben. Es bestehe unter anderem die Gefahr, dass sich Krankheiten ausbreiteten.

Rund 987.000 Menschen sind dem UN-Nothilfebüro (OCHA) zufolge im Juni in den Regionen Gedeo und West Guji vor einem neu aufgeflammten Stammeskonflikt geflohen. Viele Menschen würden auf engstem Raum in Schulen, Kirchen oder offenen Gebäuden übernachten, sagte Lucy Murunga von der Organisation World Vision. Sie hätten wenig Nahrungsmittel und kaum angemessene Kleidung, die sie vor der Kälte schützen könne. "Was wir da sehen, ist unvorstellbar", sagte Murunga.

"Diese Krise ist überhaupt nicht auf dem Radar der internationalen Gemeinschaft und die Konsequenzen dieses Versäumnisses könnten entsetzlich sein", sagte Shirin Hanafieh vom IKRK.

In den vergangenen Wochen standen die radikalen Reformen von Äthiopiens neuem Regierungschef im Vordergrund. Der seit April amtierende Abiy Ahmed hat unter anderem mit dem langjährigen Rivalen Eritrea Frieden geschlossen. Doch in dem Vielvölkerstaat am Horn von Afrika herrschen noch immer mehrere ethnische Konflikte.

Die jüngste Gewaltwelle im Süden Äthiopiens begann Wells zufolge Mitte April und eskalierte im Juni. Auslöser sind vor allem Spannungen über die Nutzung von Land, da die Region dicht besiedelt und die Konkurrenz um Weideland und andere Ressourcen groß ist.

Der Konflikt sei durch Provokationen von einzelnen Menschen, Sicherheitskräften und Regierungsvertretern ausgelöst worden, die unterschiedliche Gruppen für politische Zwecke gegeneinander ausspielen wollten, sagte Mitiku Kassa, der Leiter der äthiopischen Katastrophenschutzbehörde.

Die instabile Lage erschwert die Arbeit der Helfer. "Viele der betroffenen Regionen im Süden Äthiopiens sind in den vergangenen Monaten schwer bis gar nicht erreichbar", sagte Matthias Späth, der Leiter der Welthungerhilfe am Horn von Afrika.

Äthiopien mit seinen rund 100 Millionen Einwohnern wurde lange mit harter Hand regiert. Die Opposition ist im Parlament nicht vertreten. Allerdings hat der neue Regierungschef Abiy seit seinem Amtsantritt Hunderte politische Gefangene freigelassen, Oppositionsgruppen von der Terrorliste gestrichen und den Verkauf von Anteilen einiger Staatsunternehmen angekündigt. Äthiopien zählt trotz eines raschen Wirtschaftswachstums UN-Statistiken zufolge noch immer zu den ärmsten Ländern der Welt.

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