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Ausbildung dauert: Ein Flüchtling arbeitet in einer Metallbau-Werkstatt in Miesbach mit einem Messschieber.

Einschätzung der Bundesagentur

Junge Flüchtlinge brauchen sechs Jahre bis zum Facharbeiter

München - Für die Bundesagentur für Arbeit in Bayern sind junge Flüchtlinge nicht die „Fachkräfte von heute“. Die erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt brauche Zeit.

Junge Flüchtlinge werden voraussichtlich im Schnitt sechs Jahre vom ersten Deutschkurs bis zum Abschluss ihrer Ausbildung brauchen. „Das sind nicht die Fachkräfte von heute, sondern von übermorgen“, sagte der Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Bayern, Markus Schmitz, am Montag in München. Die Einschätzung basiert auf den Erfahrungen mit dem ersten Jahrgang 2200 jugendlicher Flüchtlinge, die zweijährige Berufsintegrationsklassen absolviert haben.

Von diesen Jugendlichen hat ein knappes Drittel eine Ausbildung begonnen, die übrigen besuchen entweder weiter die Schule oder Qualifizierungskurse verschiedener Art. Vor Beginn der eigentlichen Ausbildung stehen nach Schmitz' Worten noch das Deutschlernen und der Besuch der Berufsintegrationsklassen - so dass insgesamt sechs Jahre nötig seien, „ohne dass irgendjemand etwas falsch gemacht hat“.

Spaenle spricht vom „bayerischen Weg“

Dabei arbeiten Arbeitsagentur und Kultusministerium eng zusammen. Unter Regie von Ressortchef Ludwig Spaenle (CSU) gibt es in diesem Schuljahr an den Berufsschulen knapp 1200 Berufsintegrationsklassen. Spaenle sprach vom „bayerischen Weg“, da nur wenige Bundesländer jungen Flüchtlingen ein ähnliches Bildungsangebot offerieren. Die große Herausforderung kommt aber erst noch: Im kommenden Sommer werden wohl etwa 6500 Jugendliche Berufsintegrationsklassen absolvieren, im übernächsten Jahr dann zwischen 13.000 und 15.000. „Das wird eine Herkulesaufgabe“, sagte Schmitz.

dpa

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