Eiszeit zwischen Russland und Japan

Tokio - Im Streit zwischen Japan und Russland um die Inselgruppe Südkurilen haben Rechtsradikale in Tokio mutmaßlich eine russische Flagge geschändet und damit für neue Verstimmung gesorgt.

 Das russische Außenministerium verlangte von Japan Aufklärung über den Vorfall. Ein Regierungssprecher in Tokio sagte am Mittwoch vor der Presse, der Vorgang werde derzeit untersucht. Japanischen Medienberichten zufolge hatten japanische Ultranationale am Montag vor der russischen Botschaft in Tokio eine russische Flagge über den Boden gezogen und zerrissen und die Rückgabe der “Nordterritorien“, wie die vier Südkurileninseln in Japan genannt werden, gefordert.

Im Gegenzug protestierten Jugendorganisationen in Moskau vor der japanischen Botschaft. Tokio fordert seit Jahrzehnten die Rückgabe der vier südlichen Inseln, die sowjetische Truppen im Zweiten Weltkrieg besetzt hatten. Wegen des Streits haben beide Länder bis heute keinen Friedensvertrag unterzeichnet. In jüngster Zeit hatten wiederholte Besuche ranghoher russischer Politiker, angefangen mit Präsident Dmitri Medwedew, die japanische Regierung verärgert. Medwedew hatte im November eine der umstrittenen Insel besucht und damit Moskaus Anspruch auf die Inselgruppe unterstrichen. Tokio zog daraufhin aus Protest vorübergehend seinen Botschafter aus Moskau ab.

dpa

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