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"Das ist geschmacklos", rügt Monika Hohlmeier den "Konservativen Aufbruch".

Hohlmeier rügt Konservative

Eklat um CSU-Termin nahe Strauß-Gruft

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München - Nahe der Gruft des Übervaters Franz Josef Strauß soll die erste öffentliche Kundgebung der CSU-Gruppe "Konservativer Aufbruch" stattfinden. Strauß-Tochter Hohlmeier protestiert.

In der CSU kracht es wegen eines Termins in Rott am Inn. Für den Montagabend hat dort der „Konservative Aufbruch“ seine erste öffentliche Kundgebung angesagt. In einem Wirtshaus am Marktplatz, die Gruft des CSU-Übervaters Franz Josef Strauß fußläufig entfernt, will die Gruppierung ihre Ziele erläutern, die CSU wieder stärker auf einen konservativen Kurs zu bringen.

Strauß-Tochter Monika Hohlmeier lehnt diesen Veranstaltungsort erbost ab: „Das ist schlichtweg der Versuch, die Grabstätte meines Vaters zur Selbstdarstellung zu missbrauchen“, sagte sie dem Münchner Merkur: „Das ist ziemlich geschmacklos.“ Es gehe den Initiatoren nur um Show.

Sich bei den rein konservativen Idealen auf ihren Vater zu beziehen, sei auch inhaltlich falsch: „Für konservative Bayerntümelei stand mein Vater nicht. Er hat immer für Bayern gekämpft, aber stets weltoffen.“

Der „Konservative Aufbruch“ ist eine bisher kleine Gruppe von CSU-Mitgliedern jenseits der Berufspolitik. Sie verabschiedeten vor einigen Monaten ein Manifest für mehr christliche und konservative Werte. Kern: Zurück zum alten Familienbild, mehr Druck in der Innenpolitik, gegen die übereilte Wende in der Energiepolitik. In Zeiten der Großen Koalition, die bisher vor allem der SPD Punktsiege brachte, ist das populär.

Gastredner ist Ex-Minister Goppel

Für die Medien spannend wurde es, weil das gute Dutzend Gründer eine „personelle Erneuerung in der CSU“ fordert. Also: weniger Seehofer. Der Aufbruch kündigte sogar an, Seehofer auf dem Parteitag im Dezember öffentlich zur Rede stellen zu wollen.

Gastredner der ersten öffentlichen Kundgebung nun in Rott ist Ex-Minister Thomas Goppel. Er ist populär, die Veranstalter rechneten mit bis zu 200 Gästen. In Parteikreisen wird gemurrt, dass er sich da vor den Karren des „Aufbruchs“ spannen lasse. Parteichef Horst Seehofer riet Goppel am Vormittag in der Vorstandssitzung nicht zur Absage, gab ihm aber eine Botschaft mit. Er sei für jeden Dialog offen, er wolle Diskussionsprozesse. Er akzeptiere aber keine grundsätzliche Kritik an seinen Politikstil, vor einer Entscheidung erst den Menschen zuzuhören: „Ich stelle meinen Politikstil auf keinen Fall um.“ Seehofers Kritiker interpretieren den Stil mehr als Wendigkeit und fehlende Konstanz statt als Zuhören.

Seehofer spöttelt im Übrigen, wenn es den Initiatoren um personelle Erneuerung gehe, könnten sie ja mal bei sich an der Basis anfangen und sich in eine Funktion wählen lassen. Mehrere der Initiatoren waren in den vergangenen Jahren für Mandate angetreten, aber von der Bevölkerung nicht ausreichend gewählt worden. Seehofer sagte, so weit er informiert sei, seien das auch keine Delegierten für den Parteitag: „Das wär‘ doch mal ein Anfang.“

Christian Deutschländer

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