+
83 Prozent der Eltern fordern, dass mehr Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren geschaffen werden.

Jeder Zweite würde für Qualität mehr bezahlen

Eltern wünschen sich bundesweite Kita-Standards

Gütersloh - Fachpersonal, Sprachförderung, Verpflegung, Gruppengröße: Die Qualität der Kindertagesstätten in Deutschland ist höchst unterschiedlich. Mütter und Väter wünschen sich einer Studie zufolge klare Vorgaben.

Die große Mehrzahl der Eltern in Deutschland wünscht sich bundesweit verbindliche Qualitätsstandards für Kitas. So fordern zum Beispiel 86 Prozent von ihnen eine Festlegung, wie viele Kinder im Kindergarten von einer Erzieherin betreut werden dürfen. Das geht aus einer am Mittwoch vorgestellten Umfrage unter mehr als 4400 Eltern im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung hervor. „Eltern möchten für ihre Kinder überall die gleichen guten Bildungschancen, unabhängig vom Wohnort“, sagte Stiftungsvorstand Jörg Dräger.

Nach Zahlen der Stiftung vom vergangenen Juni gibt es bundesweit große Unterschiede beim Personalschlüssel. In den ostdeutschen Bundesländern ist eine Erzieherin im Schnitt für 12,3 Kinder pro Gruppe zuständig, während sie in den westdeutschen Ländern durchschnittlich nur 8,6 Kinder betreut. Die Stiftung aus Gütersloh empfiehlt, dass sich eine Erzieherin um höchstens 3 unter Dreijährige oder 7,5 Kindergartenkinder kümmern sollen.

In den ostdeutschen Ländern plädieren der Umfrage zufolge sogar 93 Prozent der Eltern für eine gesetzliche Vorgabe zum Personalschlüssel. Das sei aufgrund der dortigen Personalausstattung nicht verwunderlich, erklärte Dräger.

95 Prozent fordern stärkere finanzielle Unterstützung vom Bund 

Zugleich sprechen sich 90 Prozent der befragten Eltern für einheitliche gesunde Verpflegungsstandards in den Kitas aus, 85 Prozent halten eine einheitliche Ausbildung für Erzieherinnen und Erziehern für sinnvoll. Eine Vereinheitlichung der pädagogischen Grundprinzipien wird hingegen mehrheitlich abgelehnt. 78 Prozent bevorzugen eine Ausrichtung an den individuellen Bedürfnissen der Kindern und Familien.

Handlungsbedarf zeigt sich auch bei der Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie. So vertraten 63 Prozent der Eltern in der Umfrage von Infratest dimap die Meinung, dass sich die Öffnungszeiten von Kitas nicht am tatsächlichen Bedarf der Eltern orientieren. 83 Prozent forderten, dass mehr Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren geschaffen werden.

95 Prozent meinten, dass sich der Bund stärker an der Finanzierung der Kitas beteiligen sollte. 48 Prozent der befragten Eltern wären bereit, einen höheren Kita-Beitrag zu zahlen, wenn sich die Qualität in den Kindertagesstätten dann verbessern würden.

„Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig Eltern eine gute Betreuung ihrer Kinder ist“, sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) laut Mitteilung zum Ergebnis der Studie. „Das bestärkt mich in meinen Bemühungen, gemeinsam mit den Ländern die Qualität in der Kindertagesbetreuung zu verbessern.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kubicki: Was FDP vorgeworfen wird, könne man auch SPD vorwerfen
Die FDP hat einer Jamaika-Koalition den Todesstoß verpasst. Noch immer streiten die Parteien, wer der Schuldige ist - und ob es Neuwahlen geben soll. Alle News in …
Kubicki: Was FDP vorgeworfen wird, könne man auch SPD vorwerfen
Verdi-Chef warnt vor politischem Stillstand
Berlin (dpa) - Verdi-Chef Frank Bsirske hat vor politischem Stillstand bis zur Bildung einer neuen Regierung gewarnt. Nach den gescheiterten Jamaika-Sondierungen seien …
Verdi-Chef warnt vor politischem Stillstand
Srebrenica: UN-Tribunal fällt Urteil über Ex-General Mladic
"Der Schlächter vom Balkan" gilt als Hauptverantwortlicher für die Kriegsgräuel auf dem Balkan. Für Anklage und Opfer gibt es dafür nur eine Strafe: Lebenslang.
Srebrenica: UN-Tribunal fällt Urteil über Ex-General Mladic
Das Jamaika-Aus verstärkt die Zwickmühle für die SPD
Die Häme, mit der die SPD die schwierigen Jamaika-Verhandlungen bis Sonntag begleitete, ist mit dem Scheitern jäh verstummt. Denn die Sozialdemokraten haben ganz andere …
Das Jamaika-Aus verstärkt die Zwickmühle für die SPD

Kommentare