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Wahlkampf in Großbritannien - Boris Johnson

Parlamentswahl in Großbritannien

Wahl in England: Zahlen da - Sensationelles Johnson-Ergebnis bahnt sich an

In London sind Vorhersagen über den Wahlausgang schwer. Bisher lag der konservative Boris Johnson in Großbritannien vorne. 

  • Das Brexit-Drama geht in die nächste Runde: Lesen sie in unserem Live-Ticker alle aktuellen Infos zur Parlamentswahl in Großbritannien am 12. Dezember.
  • Laut jüngster Umfragen ist der Sieg von Boris Johnson noch nicht sicher. Alle aktuellen Infos gibt es in unserem Live-Ticker.
  • Alle Entwicklungen vor der Wahl lesen Sie in unserem bisherigen Wahl-Ticker.
  • Update 13. Dezember, 6.40 Uhr:

    Bei den Parlamentswahlen in Großbritannien hat die konservative Partei von Premierminister Boris Johnson die absolute Mehrheit errungen. Dies ergeben die bislang vorliegenden Auszählungsergebnisse aus dem größten Teil der Wahlkreise, wie die Sender BBC und Sky News am Freitagmorgen berichteten. Bereits Nachwahlbefragungen vom Vorabend hatten auf eine absolute Mehrheit für die Konservativen hingedeutet.

    Die genaue künftige Sitzverteilung im Unterhaus stand am frühen Morgen zwar noch nicht fest. Die bis dahin vorliegenden Endergebnisse aus 600 von 650 Wahlkreisen gaben den konservativen Tories jedoch bereits 328 Sitze, womit die Schwelle zur absoluten Mehrheit überschritten war.

    Die auf den Nachwahlbefragungen beruhende Prognose des Instituts Ipsos Mori deutete darauf hin, dass die Tories am Ende bei 368 Sitzen liegen könnten. Es zeichnete sich ihr bestes Wahlergebnis seit drei Jahrzehnten ab.

    Update von 23.56 Uhr: Premierminister Boris Johnson hat sich nach der ersten Prognose bei allen Wählern, freiwilligen Helfern und Kandidaten seiner Partei bedankt. „Wir leben in der großartigsten Demokratie der Welt“, schrieb er am späten Donnerstagabend im Kurznachrichtendienst Twitter.

    Wahl in England: Zahlen da - Sensationelles Johnson-Ergebnis möglich

    Update von 23.04 Uhr: Die Konservative Partei von Premierminister Boris Johnson hat bei der Wahl in Großbritannien am Donnerstag einer Prognose zufolge die absolute Mehrheit der Sitze im Parlament gewonnen.

    Conservative Party: 368 Wahlkreise

    Labour Party: 191 Wahlkreise

    Update von 22.37 Uhr: Boris Johnson droht Angaben der Welt zufolge vor einer Blamage. In seinem eigenen Wahlkreis Uxbridge, einem Vorort Londons, hat die Labour-Partei Historisches vor. Kandidat Ali Milani will den Premier zum ersten Regierungschef in der Geschichte machen, der seinen Sitz im Parlament verliert. Das US-Magazin “Foreign Policy” kürte den gebürtigen Iraner zuletzt zur “größten Gefahr für Boris Johnson”. Angeblich ist dessen Vorsprung denkbar knapp.

    Update von 22.11 Uhr: „Ich weiß, wen ich wähle. Ich will, dass dieser Brexit endlich durchgezogen wird“, sagte eine Reinigungskraft in London. „Ich habe 1975 für die (EU-)Mitgliedschaft gestimmt ... Mir hat das nichts gebracht. Wir sollten wieder über unser eigenes Schicksal bestimmen können.“

    Update von 13.38 Uhr: In der englischen Hauptstadt London berichteten Wähler am Vormittag von ungewöhnlich langen Schlangen vor mehreren Wahllokalen. In Bermondsey and Old Southwark sagte ein 27-jähriger Wähler: „Für viele ist es eben die Wahl unseres Lebens.“ Die Atmosphäre sei typisch für London: „Alle stehen ordentlich in der Reihe und niemand spricht mit dem anderen.“ Auf Twitter teilen die Wähler Bilder von den Massen, die vor den englischen Wahllokalen darauf warten, ihre Stimme abzugeben. 

    Johnson kam mit Hund Dilyn zur Stimmabgabe. Den Hund bemühten die Konservativen auch für einen letzten Wahlaufruf: „Hund Dilyn wünscht, dass Sie die Konservativen wählen“, twitterte die Partei am Morgen. „Lasst uns den Brexit-Deal durchziehen!“, hatte Johnson bei seiner Abschlusskundgebung am Mittwoch in London vor tausenden Anhängern gerufen. Das war sein Hauptwahlkampfthema. Das Ergebnis stehe „auf Messers Schneide“, meinte er - zweifellos um zu verhindern, dass Konservative in Erwartung seines Siegs zu Hause bleiben.

    Johnsons aussichtsreichster Gegner, Labour-Chef Jeremy Corbyn, versprach zum Abschluss vor Anhängern ein Ende des Sparkurses und eine Umverteilung des Reichtums „wie ihr es noch nie gesehen habt“. Labour verschickte personalisierte Emails im Namen von Corbyn, etwa: „Ich wende mich an Dich, Teresa, als jemand, dessen Verhalten (...) einen Riesenunterschied machen kann.“ Beide Politiker sind persönlich im Umfragen nicht sehr populär.

    Klar ist indess: Johnson und Corbyn sind bei den Wählern nicht besonders populär. Viele Briten stufen den Premierminister, der den Brexit zum 31. Januar 2020 durchziehen will, als nicht als vertrauenswürdig ein. Corbyn, der vor allem auf soziale Themen wie Gesundheit und Bildung setzt, hat sich lange Zeit nicht klar zum Brexit positioniert. Außerdem werden ihm und seiner Partei eine feindliche Haltung gegen Juden vorgeworfen.

    Wahl in England: Stimmt London für den Brexit?

    Meldung vom 12. Dezember: London - Laut einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Instituts YouGov ist der bis dahin komfortable Vorsprung von Boris Johnsons Tories seit Ende November um 20 Mandate geschrumpft. Sollten die Konservativen keine Mehrheit im Parlament erzielen, hält der Polit-Ökonom Iain Begg von der London School of Economics eine „Regenbogen-Koalition“ aus Labour, den pro-europäischen Liberaldemokraten und der Scottish National Party (SNP) für möglich. Die würde dann wohl ein zweites Brexit-Referendum ansetzen.

    Brexit: Wahl-Ergebnisse London - So stimmt die britische Hauptstadt ab

    Das britische Wahlsystem macht Vorhersagen ohnehin schwierig: Die Direktwahl der Abgeordneten in den Wahlkreisen sorgt dafür, dass der jeweilige Gewinner nur eine Stimme mehr benötigt als der zweitplatzierte Kandidat. Vor diesem Schicksal fürchten sich vor allem kleinere Parteien wie die Liberaldemokraten. Sie kommen derzeit auf zwölf Prozent, während Labour bei 34 liegt und Johnsons Tories auf 43 Prozent kommen.

    Spannend wird es im Londoner Vorort Uxbridge. Der iranischstämmige Labour-Kandidat Ali Milani könnte dem Premier im eigenen Wahlkreis gefährlich werden und ihm die vergleichsweise dünne Mehrheit von rund 5000 Stimmen - und damit das Abgeordnetenmandat - abjagen.

    Wahl-Ergebnisse in England: Am Donnerstag wird in 533 Wahlkreisen abgestimmt

    Von den 650 Wahlkreisen in Großbritannien liegen 533 in England, 59 in Schottland, 40 in Wales und 18 in Nordirland. Theoretisch liegt die Mehrheit bei 326 Sitzen. Weil aber die nordirisch-katholische Partei Sinn Fein ihre Sitze traditionell nicht einnimmt, liegt die Mehrheit faktisch etwas darunter. Bei der vergangenen Wahl gewann Sinn Fein sieben Mandate.

    Laut der letzten großen, auf die einzelnen britischen Wahlkreise bezogenen Umfrage, kämen die Konservativen auf 339 Abgeordnete im Parlament, Labour auf 231, die SNP auf 41 und die Liberaldemokraten auf 15 Abgeordnete.

    dpa

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