Nach zwei Jahren in Geiselhaft

Entführter US-Journalist in Syrien freigelassen

Washington - Ein amerikanischer Journalist ist nach fast zwei Jahren Geiselhaft in Syrien freigelassen worden. Das bestätigte die nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice am Sonntag.

Nach der brutalen Tötung des US-Journalisten James Foley ist die Verschleppung eines weiteren US-Bürgers in Syrien glücklich ausgegangen. Nach Angaben aus Washington kam der vor zwei Jahren in Syrien entführte 45-jährige Autor und Journalist Peter Theo Curtis am Sonntag frei. Seine Entführung war bislang geheimgehalten worden. Unterdessen fand für Foley in dessen US-Heimatstadt Rochester ein Gottesdienst statt.

"Endlich kehrt er nach Hause zurück", erklärte US-Außenminister John Kerry zu Curtis' Freilassung. Nach Angaben seiner Familie wurde er im Oktober 2012 verschleppt, kurz bevor er die Grenze zu Syrien überqueren wollte. Seitdem befand er sich in den Händen des syrischen Al-Kaida-Ablegers, der Al-Nusra-Front, oder von verbündeten Gruppen. Kerry erklärte, Washington habe mehr als zwei Dutzend Staaten gebeten, sich für die Freilassung von Curtis und allen anderen US-Geiseln in Syrien einzusetzen. Dass er nun wieder frei sei, sei für alle eine große Erleichterung.

Nach Angaben der Vereinten Nationen wurde Curtis am Sonntag am späten Nachmittag den UN-Blauhelmen auf den Golanhöhen übergeben und nach Überprüfung seines Gesundheitszustands von einem Vertreter der US-Regierung in Empfang genommen. Die Nationale Sicherheitsberaterin der USA, Susan Rice, sagte, Curtis werde bald seine Familie wiedersehen.

Curtis' Mutter Nancy dankte in einer Erklärung der US-Regierung sowie Katar, das sich um die Freilassung bemüht habe. Sie werde dafür "auf ewig dankbar" sein. Nach Angaben seiner Familie arbeitete Curtis als Schriftsteller und freier Journalist. Curtis' Mutter schickte zudem Beileidsgrüße an die Angehörigen des getöteten US-Journalisten Foley.

In Rochester im US-Bundesstaat New Hampshire würdigten unterdessen Foleys Verwandte und Freunde den US-Journalisten. An den Feierlichkeiten nahm auch der Bischof von Manchester, Peter Libasci, teil, der eine Botschaft von Papst Franziskus verlas. Von Foleys Familie eingeladen waren auch Syrer der muslimischen Gemeinde von New Hampshire. Foley war ebenfalls 2012 in Syrien verschleppt worden. Vor einigen Tagen hatten Dschihadisten ein Video verbreitet, das seine Hinrichtung zeigt.

Ihr Sohn habe für "Liebe und Hoffnung" gestanden, sagte Foleys Mutter Diane der Nachrichtenagentur AFP im Haus der Familie vor dem Beginn des Gottesdienstes. Die Messe richte sich auch an alle Menschen, die in der Region litten und an alle anderen Geiseln. Foleys Vater John sagte, sie würden gemeinsam für alle Verschleppten beten. "Wir hoffen, dass etwas für sie getan werden kann", sagte er, damit ihnen ein Ende wie das seines Sohnes erspart bleibe.

Mehrere hundert Menschen besuchten anschließend den Gottesdienst in der katholischen Kirche Our Lady of the Rosary in Rochester. Derzeit arbeiten die britischen Geheimdienste daran, den vermummten Mörder des US-Journalisten zu identifizieren. Er hatte in dem Video mit britischem Akzent gesprochen.

dpa/afp

Rubriklistenbild: © AFP

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