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Nach E-Mail-Veröffentlichung

Trump-Mitarbeiter schockt: „Das ist die Summe all unserer Ängste“

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Die E-Mail-Veröffentlichungen von Donald Trump Junior könnten juristische Konsequenzen nach sich ziehen. Die Enthüllungen bestätigen die schlimmsten Befürchtungen des Weißen Hauses. 

Washington - Er ist sich mal wieder keiner Schuld bewusst. „Es waren im wahrsten Sinne des Wortes vergeudete 20 Minuten, die eine Schande waren“, versucht Donald Trump junior - unter Beschuss geratener Sohn des derzeitigen US-Präsidenten - die Wogen zu glätten. Dieses Treffen mit der russischen Anwältin Natalia Veselnitskaya im Wahljahr 2016, es sei ohne Bedeutung gewesen. Und überhaupt: Sein Vater habe ohnehin davon keinen Wind bekommen; es gab schließlich „nichts zu erzählen.“ 

Trumps Russland-Affäre: Die Indizien werden immer erdrückender

Was es dagegen durchaus - und entgegen aller Beteuerungen des Präsidenten-Sohnemannes - zu erzählen gibt: Mit der Veröffentlichung seiner E-Mail-Korrespondenz, die Donald Trump junior am 11. Juli auf seinem Twitter-Account postete, hat der Präsidenten-Sohn sich selbst sowie die Regierung seines Vaters in große Schwierigkeiten gebracht. Der Mail-Verkehr zwischen ihm und einem Mittelsmann belegt, dass er sich mit einer russischen Anwältin getroffen hat, von der er offenbar belastendes Material über Trumps Kontrahentin Hillary Clinton erwartete. Russland als großer Trump-Unterstützer im Kampf um das Weiße Haus? Noch nie waren die Indizien so erdrückend.

Im Weißen Haus herrscht deswegen helle Aufregung. „Das ist die Summe all unserer Ängste. Es ist, was wir alle gefürchtet haben“, sagte etwa ein nicht namentlich genannter Mitarbeiter Trumps dem „Daily Beast“. Kein Wunder also, dass Trumps Russland-Kontakte nun von allen Seiten unter Beschuss stehen. So sagte der demokratische Senator Richard Blumenthal beispielsweise, das Verhalten des Trump-Sohnes zeige „eine Musterbeispiel von krimineller Absicht“. Tim Kaine geht sogar noch einen Schritt weiter. „Wir sind nun jenseits des Vorwurfs von Justizbehinderung“, so Clintons Vizepräsidenten-Kandidat der US-Wahl 2016. „Das bewegt sich in Richtung Meineid und Falschaussage und sogar möglichem Landesverrat.“ 

Dass Kaine damit gar nicht mal falsch liegt, zeigt ein Bericht der Welt, wonach manche Juristen tatsächlich der Meinung sind, dass Trump junior mit seinen Enthüllungen „die Grenze zum Tatbestand einer kriminellen Verschwörung mit Russland“ überschritten hat. Da Mitglieder der Trump-Kampagne zur Russland-Affäre bereits unter Eid ausgesagt haben, drohe demnach der Straftatbestand der Falschaussage. Zudem könne auch gegen die Tatsache, dass falsche Angaben in Regierungsdokumenten gemacht wurden, juristisch vorgegangen werden. In diesen müssen schließlich auch sämtliche Kontakte zu ausländischen Mächten angegeben werden, um eine Sicherheitsfreigabe zu bekommen.

Lesen Sie auch: Trump krank? Wissenschaftler äußern erschreckenden Verdacht

Vater Donald Trump will von solcherlei Vorwürfen unterdessen nichts wissen. „Mein Sohn hat einen großartigen Job letzte Nacht (während eines TV-Interviews, Anm. d. Red.) gemacht. Er hat offen, transparent und unschuldig gehandelt“, twitterte der US-Präsident am Mittwoch, nur um im nächsten Satz nachzulegen: „Das ist die größte Hexenjagd in der Geschichte der Politik.“ 

Blöd nur, dass sich nun sogar Teile des eigenen Lagers beginnen, sich öffentlichkeitswirksam von Trump und seiner Rolle in der Russland-Affäre zu distanzieren. „Ich habe vergangenen November für den Präsidenten gestimmt und möchte, dass er und die USA Erfolg haben, aber das Treffen, angesichts der gerade veröffentlichten E-Mail-Kette, ist ein großes no-no“, ließ beispielsweise der republikanische Abgeordnete Lee Zeldin verlauten. 

lpr mit dpa

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