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Für die Schotten geht es am Donnerstag um die Entscheidung, ob sie unabhängig von Großbritannien werden wollen.

Abstimmung über Unabhängigkeit

Tag der Entscheidung für die Schotten

Edinburgh - Schottland entscheidet am Donnerstag in einem historischen Votum über seine Unabhängigkeit von Großbritannien. 4,3 Millionen Menschen sind zur Stimmabgabe bei einem Referendum aufgerufen.

Meinungsforscher sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Befürwortern und Gegnern einer Abspaltung voraus. Vier in der Nacht veröffentlichte Umfragen sehen alle die Gegner der Unabhängigkeit vorn, allerdings nur mit zwei bis sechs Prozentpunkten - zu wenig für eine sichere Prognose. Es wurde eine Rekord-Beteiligung von mehr als 90 Prozent erwartet.

Ministerpräsident Alex Salmond und seine Parteifreunde von der Schottischen Nationalpartei versuchten bis zum späten Abend, ihre Anhänger zu mobilisieren. Das gegnerische Lager, angeführt von Großbritanniens Premierminister David Cameron und seinem Vorgänger Gordon Brown, schwor die Wähler auf ein „Nein“ zur Unabhängigkeit ein.

Redner warnen vor Spaltung der Schotten  

Auf beiden Seiten mahnten Redner auch schon, die Schotten dürften nach der Abstimmung nicht gespalten bleiben: „Am Freitag werden wir als ein Land wieder zusammenkommen und vereint weitermachen“, sagte Vize-Regierungschefin Nicola Sturgeon von der Nationalpartei SNP.

Die Referendumsdebatte war in den vergangenen Wochen zunehmend leidenschaftlicher geführt worden. Vor allem Redner des „No“-Lagers, etwa Labour-Politiker Jim Murphy, hatten über Beleidigungen, Drohungen und kleinere Übergriffe geklagt. Zwei Tage vor der Wahl musste Labour-Chef Ed Miliband einen Auftritt abbrechen, weil Anhänger der Unabhängigkeitsbewegung störten. Alles in allem verlief die Debatte aber recht friedlich. Auch für den Tag der Abstimmung wird nicht mit Gewalt gerechnet.

Die Wahllokale in den 32 Wahlbezirken sind von 8.00 Uhr bis 23.00 Uhr (MESZ) geöffnet. Mit Ergebnissen wird erst am frühen Freitagmorgen gerechnet. Aus Teilen Schottlands, etwa von der Inselgruppe der Äußeren Hebriden oder von den Shetlands, müssen die Stimmzettel mit Hubschraubern und Schiffen Richtung Edinburgh transportiert werden.

dpa

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So geht's weiter bei "Yes" oder "No"

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