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Türkische Kriegsschiffe hatten ein Bohrschiff tagelang daran gehindert, das Erkundungsgebiet für Erdgas südöstlich der zypriotischen Hafenstadt Larnaka zu erreichen. Foto: Petros Karadjias/AP/Archiv

Erdgas-Konflikt

Stillstand vor Zypern - Entspannung an der Ägäis

Vor Zypern streitet die Türkei weiter mit Nikosia um die geplante Erkundung mit Erdgasfeldern. Dagegen zeichnet sich Entspannung in der Ägäis zwischen der Türkei und Griechenland ab - Athen und Ankara ziehen ihre Schiffe zurück.

Nikosia/Athen (dpa) - Während Zypern und die Türkei weiter um die geplante Suche nach Erdgasvorkommen unter dem Meeresboden vor Zypern streiten, deutet sich in einem anderen Mittelmeer-Konflikt mit türkischer Beteiligung Entspannung an.

Im Streit um die Hoheitsrechte an den unbewohnten Felseninseln Imia (türkisch: Kardak) an der türkischen Ägäis waren am Mittwochfrüh nur mehr jeweils ein Boot der türkischen und ein Boot der griechischen Küstenwache in der Region.

Am Dienstag hatte es dort nach griechischen Medienberichten noch von Booten beider Küstenwachen "gewimmelt". Auf dem vorläufigen Höhepunkt der Spannungen hatte am Dienstag ein türkisches Patrouillenboot ein Schiff der griechischen Küstenwache gerammt. Zur Entspannung trug offenbar ein Telefonat der Regierungschefs Griechenlands und der Türkei, Alexis Tsipras und Binali Yildirim, am Dienstagabend bei. Nach Angaben von Tsipras' Büros vereinbarten die Ministerpräsidenten, vertrauensbildende Maßnahmen beider Staaten zu intensivieren.

In einem weiteren Konflikt mit türkischer Beteiligung im Mittelmeer herrschte am Mittwoch weiter Stillstand. Bei Zypern hinderten nach Angaben der Regierung in Nikosia türkische Kriegsschiffe ein vom italienischen Energieunternehmen ENI gemietetes Bohrschiff weiterhin daran, ein Erkundungsgebiet südöstlich der Hafenstadt Larnaka zu erreichen. Die Blockade hatte am vergangenen Freitag begonnen.

Diplomaten in Nikosia gingen am Mittwoch davon aus, dass die geplante Forschung aus zeitlichen Gründen nicht mehr durchführbar sei. Das Bohrschiff "Saipem 12000" hat nach übereinstimmenden Informationen zyprischer Medien im März einen anderen Forschungsauftrag in Marokko und muss demnach bald abziehen.  

Ankara argumentiert, durch Bohrungen nach Erdgas ohne Zustimmung der türkischen Zyprer würden deren Rechte missachtet. Die kleine Inselrepublik ist nach einem griechischen Putsch und dem Einmarsch des türkischen Militärs seit 1974 geteilt. Im Norden gibt es die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern. Die gesamte Inselrepublik ist seit 2004 EU-Mitglied. Die Regierung in Nikosia kontrolliert aber nur den Südteil der Insel. Ankara erkennt das EU-Land Zypern nicht an. Zahlreiche Gespräche zur Überwindung der Teilung sind bislang kläglich gescheitert.

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