1. Startseite
  2. Politik

Ukraine-Krieg: Experte sieht eigene Motive für Schröder bei Putin - Ex-Kanzler plant wohl nächste Schritte

Erstellt:

Von: Florian Naumann

Kommentare

Gerhard Schröder könnte als Friedensvermittler im Ukraine-Konflikt auftreten. Doch der Altkanzler war zuletzt scharf in die Kritik geraten. Resultate könnte es am Samstag geben.

Update vom 16. März, 6.25 Uhr: Der ukrainische Botschafter in Deutschland hat die Vermittlungsbemühungen von Altkanzler Gerhard Schröder im Ukraine-Krieg für gescheitert erklärt. „Die Sache ist für uns endgültig erledigt“, sagte Botschafter Andrij Melnyk der Deutschen Presse-Agentur. „Für die Ukraine machen weitere Gespräche Schröders gar keinen Sinn. Es ist schon traurig zu beobachten, wie die ganze Sache schief gelaufen ist.“

Update vom 15. März, 13.01 Uhr: Der SPD-Bundesvorsitzende Lars Klingbeil äußert sich in der Sendung „Frühstart“ von RTL/ntv zur Moskau-Reise Schröders und betont: „Ich persönlich, und soweit ich das sehe auch das Bundeskanzleramt, wir haben keine Informationen, was bei diesem Besuch rausgekommen ist.“ Dennoch fordert Klingbeil auch, dass sich Schröder erkläre und von seinem Aufenthalt berichtet. Denn, Klingbeil zufolge, gebe es ein „Interesse in der deutschen Öffentlichkeit“ darüber, „was der Altkanzler dort macht“..

Ukraine-Krieg: Schröder traf sich auch mit russischem Oligarchen Abramowitsch

Update vom 15. März, 11.20 Uhr: Berichten der Bild-Zeitung zufolge, habe sich Altkanzler Gerhard Schröder neben Putin auch noch mit dessen Freund und Vertrauten Roman Abramowitsch getroffen. In seinem Hotel hätten Schröder und der russische Oligarch den Berichten zufolge in der Nacht von Donnerstag auf Freitag mehrere Stunden miteinander geredet. Multimilliardär Abramowitsch erfährt derzeit Sanktionen von Seiten Großbritanniens. Seine, in der EU vorhandenen, Vermögenswerte werden eingefroren und er wird zudem nicht mehr in die EU einreisen dürfen. Nähere Informationen über die Inhalte des Gesprächs zwischen den beiden Männern gibt es keine.

Ukraine-Krieg: Nach fünf Tag reist Schröder offenbar zurück

Update vom 13. März, 20.58 Uhr: Der Moskau-Besuch des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder ist angeblich wieder beendet. Über die Türkei soll er wieder zurück nach Deutschland gereist sein. Offiziell ist aber weder der Besuch, das Treffen mit Putin noch die Rückreise bestätigt. Was er erreichen konnte, ist unbekannt. Offenbar plant er aber seine Bemühungen zu einer friedlichen Lösung des Ukraine-Krieges fortzusetzen. Eine Schröder nahestehende Person sagte der Süddeutschen Zeitung am Sonntag offenbar, dass die Vermittlungsbemühungen weitergingen.

Update vom 13. März, 9.40 Uhr: Russland-Experte Hans-Henning Schröder sieht nach dem Gespräch von Gerhard Schröder bei Kreml-Chef Wladimir Putin zumindest ein wenig Hoffnung auf eine neue Haltung des Kremls im Krieg gegen die Ukraine. Zwar sei es „wohl eine Überforderung“, dass ein einziger Mann Russland zum Einlenken bewege, doch im Interview bei t-online sagte er auch: „Das Interessante an Gerhard Schröder ist, dass er Putin in seiner Wagenburg tatsächlich erreichen könnte. Und ihm dann zeigt, was außerhalb davon passiert.“ Er glaube, Putin traue dem deutschen Altkanzler, „wohingegen er Scholz und Macron nicht traut. Scholz und Macron verkörpern für Putin den Westen, der ihn über den Tisch ziehen will. Ich könnte mir vorstellen, dass Putin Schröder als jemanden wahrnimmt, mit dem man von Mann zu Mann reden kann. Damit wäre er zumindest mal einen deutlichen Schritt weiter als Scholz und Macron“.

Zum Motiv des Ex-Politikers Schröder, meint der Politikwissenschaftler aus Bremen: „Ich glaube, er will der Welt beweisen, wie er‘s reißt. Denn sich nun von der eigenen Partei verhauen zu lassen, kann ihm nicht gefallen. Jetzt seine Beziehungen unter Beweis stellen zu können und am Ende tatsächlich etwas bewegen zu können, das wäre ja ein schönes Kapitel in seiner Biografie. Ich denke, das motiviert ihn schon, neben seiner aufrichtigen Sorge um die Bevölkerung in der Ukraine.“

Alle Neuigkeiten zu den Verhandlungen im Ukraine-Krieg finden Sie hier, alles zu den militärischen Aktionen Russlands in der Ukraine erfahren Sie auch in unserem Live-Ticker.

Update vom 12. März, 21.01 Uhr: Mehrere Stunden soll Altkanzler Gerhard Schröder am Donnerstagabend mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gesprochen haben. Das will die Bild von einer „Person, die detaillierte Einblicke hat“, erfahren haben. Demnach soll Schröder nicht nur innerhalb von zehn Minuten nach seiner Anfrage bei Putin einen Termin gehabt haben, sondern auch am Freitagabend noch einen mehrstündigen Gesprächstermin mit einem der engsten Berater Putins.

Nach Bild-Informationen sind Schröder und seine Frau am Samstagmorgen in die Türkei ausgereist, wo eine ukrainische Delegation auf die Ergebnisse der Gespräche warte. Nach Informationen der Welt, könnte Schröder dagegen aktuell noch in Moskau sein und es sei unklar, ob es sogar zu einem zweiten Treffen zwischen Schröder und Putin kommt.

Der Informant oder die Informantin der Bild nach soll Schröder überzeugt davon sein, dass er als „ehemaliger Staatsmann und Bürger“ aus einer stärkeren Position heraus verhandeln könne als andere. Zudem sei Schröder derzeit der einzige Mensch, der sowohl zu Putin, als auch zu den Spitzen der Ukraine direkten Kontakt habe. Er wolle demnach „alles versuchen, was in seiner Macht steht“.

Update vom 12. März, 7.52 Uhr: Der diplomatische Alleingang von Altkanzler Gerhard Schröder im Ukraine-Krieg durch seine Reise nach Moskau zu Wladimir Putin stößt in den Partei-Reihen des Ex-Kanzlers noch immer auf Bedenken. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) äußerte sich nun deutlich dazu - und blieb skeptisch. Er sei sich sicher, dass Schröder „Kontakte in den Kreml hinein hat wie kein anderer Deutscher. Aber ob er mit 77 Jahren ohne jedes politische Amt tatsächlich einen realen Einfluss auf eine Friedensbereitschaft im Kreml hat, weiß ich nicht“, sagte der SPD-Mann.

Gleichzeitig kritisierte Weil Schröders Mandate in russischen Unternehmen scharf. Schröders Verhalten sei „komplett falsch“. „Ich wünsche mir sehr, dass er doch noch die richtigen Konsequenzen zieht“, so Weil.

Schröder bei Putin: Botschafter macht rätselhafte Angaben zum Kreml-Besuch

Update vom 11. März, 22.15 Uhr: Die Initiative zu der Reise von Gerhard Schröder nach Russland ging nach Angaben des ukrainischen Botschafters in Deutschland, Andrij Melnyk, vom Altkanzler selbst aus. „Ich darf im Moment noch keine Einzelheiten verraten“, sagte Melnyk am Freitagabend in der Bild-Sendung „Viertel nach Acht“. Aber der Vorschlag zu dieser Initiative sei in den vergangenen Tagen von Schröder gekommen, sie sei nicht auf Bitten der Ukraine erfolgt. Schröder habe sich indirekt gemeldet, „über gewisse Kontakte, die auch Kontakte zur Ukraine haben“. Dem Botschafter zufolge lief dies über den schweizerischen Ringier-Verlag.

Soyeon Schröder-Kim postet ein Bild aus Moskau, wo ihr Ehemann Gerhard Schröder sich mit Wladimir Putin im Rahmen des Ukraine-Kriegs trifft.
Soyeon Schröder-Kim postet ein Bild aus Moskau, wo ihr Ehemann Gerhard Schröder sich mit Wladimir Putin im Rahmen des Ukraine-Kriegs trifft. © Kay Nietfeld/dpa

Melnyk sagte weiter: „Es gibt nicht so viele Menschen weltweit und auch in Deutschland vielleicht, die diesen persönlichen Draht zu Herrn Putin haben.“ Auf die Frage nach Resultaten der Gespräche in Moskau sagte der Botschafter, er könne sagen, „dass eventuell morgen wir auch direkt von Herrn Schröder hören werden“, was die Ergebnisse des Treffens mit Kremlchef Wladimir Putin gewesen seien. „Ich weiß, dass Herr Schröder bereit ist, darüber auch zu berichten, über Kanäle, die jetzt quasi nicht öffentlich laufen. Und das ist gut, dass man zumindest da auch eine gewisse Hoffnung hat.“

Schröder-Alleingang bei Putin: Kreml ohne Informationen - Altkanzler offenbar mit Blaulicht aus Hotel abgeholt

Update vom 11. März, 21.20 Uhr: Die Moskau-Reise Gerhard Schröders gibt weiter Rätsel auf. Am Freitag soll der Altkanzler laut Bild in einer Limousine mit russischem Regierungskennzeichen und Blaulicht durch Moskau chauffiert worden sein. Wohin es dabei ging, ist unbekannt. In der russischen Hauptstadt ist er aktuell mit seiner Ehefrau Soyeon Schröder-Kim zu Besuch – offenbar, um mit Wladimir Putin über den Ukraine-Krieg zu sprechen.

Update vom 11. März, 17.22 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz will bei seinen Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs auch die Gespräche berücksichtigen, die Altkanzler Gerhard Schröder (beide SPD) in Moskau führt. „Wir werden sicherlich die Ergebnisse zur Kenntnis nehmen können und auch einbeziehen können, in all das, was wir an eigenen Anstrengungen unternommen haben“, sagte Scholz am Freitag nach dem EU-Gipfel im französischen Versailles. Weiter wollte er sich zu der Initiative Schröders aber nicht äußern: „Das muss und kann ich zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht kommentieren.“

Schröder war am Mittwoch nach Moskau gereist, um mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin Gespräche über den Ukraine-Krieg zu führen. Entsprechende Berichte des Nachrichtenportals „Politico“ und der „Bild“-Zeitung wurden der Deutschen Presse-Agentur bestätigt. Nach dpa-Informationen fand ein Gespräch zwischen Schröder und Putin am Donnerstag statt.

Schröder-Alleingang bei Putin: Kreml ohne Informationen - DFB verkündet Konsequenzen für Altkanzler

Update vom 11. März, 12.30 Uhr: Der Deutsche Fußball-Bund hat dem früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder die Ehrenmitgliedschaft entzogen. Die Entscheidung traf der DFB-Bundestag am Freitag in Bonn ohne Gegenstimme. Schröder steht seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine stark unter Druck - der Altkanzler hat das Vorgehen von Russlands Präsidenten Wladimir Putin bislang nicht verurteilt und hält weiterhin an seinen Posten in russischen Staatsunternehmen fest.

„Der völkerrechtswidrige Angriff auf die Ukraine ist durch nichts zu rechtfertigen. Wer sich aus Rücksicht auf persönliche Interessen nicht klar vom Krieg und seinem Aggressor distanziert und darüber hinaus auch nicht die gebotenen geschäftlichen Konsequenzen zieht, teilt nicht die Werte des Fußballs und des Deutschen Fußball-Bundes“, schrieben die beiden DFB-Interimspräsidenten Rainer Koch und Hans-Joachim Watzke in einer gemeinsamen Erklärung. Schröder könne „somit nicht länger Ehrenmitglied unseres Verbandes sein, der sich für Verständigung zwischen den Menschen einsetzt und jede Form von Gewalt ablehnt“.

Schröders Rolle im Ukraine-Krieg: Kreml-Sprecher „kann nichts sagen“

Update vom 11. März, 12 Uhr: Kremlsprecher Dmitri Peskow hat Berichte über Gespräche von Altkanzler Gerhard Schröder beim russischen Präsidenten Wladimir Putin nicht bestätigt. Auf die Frage von Journalisten nach einem Treffen des SPD-Politikers mit dem Kremlchef sagte Peskow am Freitag in Moskau der Agentur Interfax zufolge: „Ich habe keine Informationen zu Schröder. Ich kann Ihnen nichts sagen.“ Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur fand ein erstes Gespräch am Donnerstag statt (siehe Update vom 11. März, 6.50 Uhr).

Schröder als Vermittler im Ukraine-Krieg? Klingbeil überrascht, aber der Idee zugeneigt

Update vom 11. März, 11.15 Uhr: Offenbar ohne Absprachen ist Kanzler a.D. Gerhard Schröder am Donnerstag zu einem Gespräch mit Wladimir Putin nach Moskau gereist. SPD-Chef Lars Klingbeil zeigte sich im ZDF-Talk „Maybrit Illner“ überrascht - aber der Idee durchaus zugeneigt. „Gesprächssituationen, die jetzt geschaffen werden“ seien erstmal etwas Vernünftiges, erklärte er. Das Ziel bei allen Unternehmungen sei, Putin zu einer Waffenruhe zu bewegen, „um diesen furchtbaren Krieg zu beenden“, so Klingbeil.

Aus der Bundesregierung war zuvor verlautet, dass die Reise nicht mit ihr abgesprochen gewesen sei. Kanzler Olaf Scholz (SPD) sagte am Rande des EU-Gipfels in Versailles zu den Berichten über die Reise lediglich: „Ich möchte das nicht kommentieren.“

Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Poolfoto zeigt wie Gerhard Schröder (r., SPD), ehemaliger Bundeskanzler, Wladimir Putin (l.), Präsident von Russland, 2018 bei dessen vierter Amtseinführung im Kreml die Hand gibt.
Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Poolfoto zeigt wie Gerhard Schröder (r., SPD), ehemaliger Bundeskanzler, Wladimir Putin (l.), Präsident von Russland, 2018 bei dessen vierter Amtseinführung im Kreml die Hand gibt. © Alexei Druzhinin/POOL SPUTNIK KREMLIN via AP/dpa

Update vom 11. März, 6.50 Uhr: Altkanzler Gerhard Schröder ist in Moskau, um mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin Gespräche über den Ukraine-Krieg zu führen. Entsprechende Berichte des Nachrichtenportals Politico und der Bild-Zeitung wurden der Deutschen Presse-Agentur bestätigt. Nach dpa-Informationen fand ein erstes Gespräch zwischen Schröder und Putin am Donnerstag statt. Ob weitere geplant sind, blieb zunächst unklar.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Michael Roth (SPD), begrüßte die angeblichen Bemühungen des Altkanzlers. „Sollte es denn wirklich so sein, wünsche ich von Herzen alles, alles Gute“, sagte Roth am Donnerstagabend im ZDF-„heute journal“. „Jede Chance sollte ergriffen werden, um die Waffen zum Schweigen zu bringen.“

Schröder in Moskau: Altkanzler trifft offenbar Putin - Ehefrau sorgt mit Foto für Aufsehen

Update vom 10. März, 22.00 Uhr: Während sich Berichte um die Reise von Altkanzler Gerhard Schröder nach Moskau für eine Vermittlung im Ukraine-Krieg häufen und für Wirbel sorgen, postete Schröders Ehefrau Soyeon Schröder-Kim nun auf ihrer Instagram-Seite ein Foto von sich mit gefalteten Händen und geschlossenen Augen, auf dem im Hintergrund die Basilius-Kathedrale am Roten Platz in Moskau zu sehen ist. Einen Kommentar schrieb sie zu diesem Bild nicht.

Update vom 10. März, 20.30 Uhr: Der ukrainische Botschafter in Deutschland hat nach eigenen Angaben keine Kenntnis von einem angeblichen Vermittlungsversuch von Bundeskanzler Gerhard Schröder im Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Ihm sei nichts von einer Reise Schröders zu Präsident Wladimir Putin nach Moskau bekannt, sagte Botschafter Andrij Melnyk am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Über ein solches Treffen hatte das Nachrichtenportal Politico am Donnerstag berichtet. Zusätzlich behauptete die Bild-Zeitung zuvor, Schröder habe die Reise für Vermittlung im Ukraine-Konflikt auf Bitten der ukrainischen Regierung angetreten. Melnyk dementierte dies allerdings nun. „Ich kann mir schwer vorstellen, dass meine Regierung Schröder darum gebeten hat“, führte der Botschafter an.

Schröder nun Ukraine-Hoffnung? Altkanzler trifft offenbar Putin - doch Scholz weiß von nichts

Erstmeldung vom 10. März 2022: Berlin/Moskau - In der SPD ist Altkanzler Gerhard Schröder* durch seine hartnäckige Tätigkeit als russischer Gaslobbyist und brisante Äußerungen im Ukraine-Konflikt* zur Persona non Grata geworden. Nun könnte Schröder aber offenbar zum Vermittler im seit Tagen zunehmend blutig geführten Krieg werden.

Ukraine-Krieg: Schröder als Vermittler? Treffen mit Putin angeblich noch am Donnerstag

Noch am Donnerstag werde sich Schröder mit Russlands Präsident Wladimir Putin treffen, berichtet das US-Portal Politico. Es berief sich auf „mit der Angelegenheit vertraute Quellen“. Thema könnte demnach eine Friedenslösung sein. Verhandlungen der Außenminister Sergej Lawrow und Dmytro Kuleba waren wenige Stunden zuvor ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen. Eine offizielle Bestätigung für Schröders Bemühungen gab es zunächst nicht.

Brisant: Die Bundesregierung hat offenbar keine Kenntnis von dem Treffen. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr, wurden Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und seine Regierung nicht über einen solchen Besuch informiert. Scholz wollte sich am Abend auch nicht zu dem Thema äußern. „Ich möchte das nicht kommentieren“, antwortete der SPD-Politiker am Rande eines EU-Gipfels im französischen Versailles auf eine entsprechende Frage.

Ukraine-Krieg: Gerhard Schröder und Wladimir Putin - eine enge Beziehung

Gerhard Schröder gilt als Freund Wladimir Putins - in einer viel zitierten Äußerung hatte er den russischen Staatschef 2004 als „lupenreinen Demokraten“ verteidigt. Nicht nur deswegen gibt es Zweifel an der politischen Unabhängigkeit Schröders in Sachen Russland.

Der frühere Bundeskanzler hat Posten bei den russischen Energieunternehmen Nord Stream 1 und 2 sowie dem Ölkonzern Rosneft, wo er Aufsichtsratschef ist. Zudem soll Schröder einen Aufsichtsratsposten für Gazprom übernehmen. Schröder - aber auch die Nord-Stream-Haltung der mecklenburg-vorpommer‘schen Landesregierung - hatten im Februar Fragen zum Russland-Verhältnis der SPD aufgeworfen. Kanzler Olaf Scholz hatte lange Sanktionsdrohungen mit Blick auf die Pipeline vermieden. Zuletzt distanzierte sich die Parteispitze der Sozialdemokraten scharf von Schröder.

Gerhard Schröder (SPD, l), ehemaliger Bundeskanzler, umarmte 2018 Wladimir Putin, Präsident von Russland, nach dem WM-Eröffnungsspiel Russland gegen Saudi-Arabien.
Gerhard Schröder (SPD, l), ehemaliger Bundeskanzler, umarmt Wladimir Putin. © Alexei Druzhinin/TASS/dpa (Archivfoto)

Gerhard Schröder: Hoffnungsträger im Ukraine-Krieg? Ex-Kanzler empörte mit „Säbelrasseln“-Äußerung

Ende Januar warf Schröder der Ukraine „Säbelrasseln“ vor - zu diesem Zeitpunkt stand bereits ein massives russisches Militäraufgebot an den Grenzen des Landes. In einem Beitrag auf LinkedIn hatte sich Schröder zudem noch am Tag des Kriegs-Beginns zum russischen Angriff in der Ukraine geäußert. Er forderte das Land dazu auf, den Krieg und das damit verbundene Leid für die Menschen in der Ukraine schnellstmöglich zu beenden. Gleichzeitig betonte er, dass bei notwendigen Sanktionen die politischen, wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Verbindungen zwischen Europa und Russland nicht ganz gekappt werden dürften.

Schröder ist allerdings nicht der einzige (Ex-)Politiker, der sich entsprechend äußert. Die Bundesregierung von Kanzler Olaf Scholz ist zumindest gegen ein striktes Öl- und Gas-Embargo - zum Ärger der Ukraine. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) betonte am Donnerstag, ein harter Stopp sei „kein Instrument, um diesen Krieg zu beenden“ und auch kein Instrument der Krisenbekämpfung. (fn) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare