+
Yahya Kilicaslan befürwortet den "Umbau" in der Türkei.

ZDF-"Donnerstalk" mit Dunja Hayali

Nach Wirbel: Erdogan-Anhänger erklärt seine Talk-Aussage

München - Mit provokanten Aussagen im ZDF-"Donnerstalk" bei Dunja Hayali hat ein glühender Erdogan-Anhänger für Wirbel gesorgt und einen Shitstorm geerntet.

Amok, Terror, Türkei: Das Themenbüffet für die zig Polit-Talkshows im deutschen Fernsehen ist derzeit reichlich bestückt. Auch im ZDF-"Donnerstalk" sollten die Studiogäste von Dunja Hayali, die als Urlaubsvertretung für Maybritt Illner durch die Sendung führte, über das thematische Potpourri aus Terror, Türkei und Virtueller Realität diskutieren.

Eingeladen in die Sendung mit dem Titel "Tage der Angst – wie sicher ist Deutschland?“ hatten die Showmacher dafür den Grünen-Politiker Cem Özdemir, den Journalisten Markus Feldenkirchen, den Informatik-Professor Frank Steinicke und den Bauunternehmer Yahya Kilicaslan - und gerade Kilicaslan wusste mit markanten Aussagen zu provozieren, als die Sprache auf die jüngsten Geschehnisse in der Türkei kam.

Erdogan-Anhänger: Man muss den Staatsapparat jetzt säubern

Der Deutsch-Türke präsentierte sich als glühender Anhänger des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und als Verfechter von dessen Politik. Mit Blick auf den gescheiterten Putsch von vor knapp zwei Wochen und die darauf folgenden "Säuberungsmaßnahmen" in der Türkei bekräftigt Kilicaslan: "Man muss den Staatsapparat jetzt säubern.“ Ein "Umbau" sei unausweichlich. Auch die Annäherung der Türkei mit Russland befürwortet Kilicaslan: "Ich bin heilfroh, dass mit Putin wieder Frieden geschlossen wird. Auf die Nato ist kein Verlass.“

"Erdogan der beste Präsident, den die Türkei je hatte"

Nicht seine einzigen provokanten Aussagen in der Talk-Runde. So sei „Erdogan der beste Präsident, den die Türkei je hatte.“ Dabei beruft sich Kilicaslan auf den wirtschaftlichen Aufschwung, den die Türkei seit 2003 unter der Herrschaft Erdogans erlebt hat. Kilicaslan, ein Stuttgarter Bauunternehmer, wurde in Deutschland geboren. Er selbst lebe "wegen den Putschisten" hier, wie Kilicaslan sagt. Sein Vater sei 1980 drei Monate vor einem ähnlichen Putsch in der Türkei in die Bundesrepublik ausgewandert. "Dadurch kam es dazu, dass ich hier aufwachsen musste," führt er weiter aus. Und weiter: "Hätte ein Staatsmann wie Herr Erdogan 1980 die Türkei geführt, wäre ich nicht hier.“

Gerade mit den letzten beiden Aussagen brachte Kilicaslan die Zuschauer vor den heimischen TV-Geräten gegen sich auf und löste jede Menge Gegenwind auf Twitter aus. Die Twitter-User störten sich offenbar an den Worten "aufwachsen musste". 

Gegenüber unserer Onlineredaktion stellte Kilicaslan aber im Nachhinein klar: "Das Müssen bezog sich auf die Flucht aus der Türkei. Ich habe bereits letzte Nacht direkt nach der Sendung klargestellt, wie sehr ich Deutschland schätze." Auch in einem Facebook-Posting stellte Kilicaslan den Sachverhalt richtig.

fp

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Israel: Nach Tod eines Soldaten massive Luftangriffe in Gaza
Israel und die Hamas stehen an der Schwelle eines neuen Kriegs: Nach tödlichen Schüssen auf einen Soldaten an der Gaza-Grenze bombardiert die israelische Luftwaffe Ziele …
Israel: Nach Tod eines Soldaten massive Luftangriffe in Gaza
Merkel: Vertrauen verloren durch rüde Töne im Asylstreit
Die Kanzlerin macht demnächst ein paar Tage Urlaub. Doch bevor sich die vom Streit mit Seehofer gezeichnete Regierungschefin eine Auszeit gönnt, gibt sie noch einmal den …
Merkel: Vertrauen verloren durch rüde Töne im Asylstreit
Note fünf - Deutsche strafen Seehofer und die CSU nach dem Asylstreit ab
In der Schule wäre die Versetzung stark gefährdet: Nach dem Asylstreit geben die Deutschen Horst Seehofer und der CSU für ihre Leistung in der Regierung die Note fünf. 
Note fünf - Deutsche strafen Seehofer und die CSU nach dem Asylstreit ab
Italien bedroht mit Anti-Migrationskurs EU-Mission
In der Migrationsdebatte stiftet Italien wieder Unruhe. Nun steht der Militär-Einsatz vor Libyen infrage. Werden künftig noch Menschen von EU-Schiffen gerettet?
Italien bedroht mit Anti-Migrationskurs EU-Mission

Kommentare