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Werner Menner

Erdogan attackiert Zeitung „Cumhuriyet“

Kommentar: Skrupellos und konsequent

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Recep Tayyip Erdogan attackiert die Zeitung „Cumhuriyet“. Das Vorgehen des türkischen Staatschefs kommentiert Werner Menner, Redakteur des Münchner Merkur.

Erdogan räumt auf. Knallhart und skrupellos. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis nach dem Militär, zehntausenden Beamten und unabhängig denkenden Richtern sowie mehr als 160 Verlagen und Medien auch die regierungskritische Zeitung „Cumhuriyet“ an der Reihe sein würde. Getreu der Vorgabe, dass Journalisten, die sich keinen Maulkorb verpassen lassen, mit Gewalt aus dem Verkehr zu ziehen sind. Auf Unterstellungen folgen Verhaftungen, unter Druck gefällte Urteile, Gefängnis.

Das internationale Entsetzen ist groß. Wieder einmal und wie so oft in jüngster Vergangenheit. Wieso eigentlich? Erdogan und seine Getreuen verfolgen doch nur ein Ziel, das seit Jahren feststeht. Und aus dem sie nie einen Hehl gemacht haben: Die Errichtung einer türkischen Diktatur, eines neuen Sultanats von Erdogans Gnaden.

EU-Parlamentspräsident Schulz spricht von einer weiteren roten Linie, die Erdogan – der auch die Todesstrafe wieder einführen will – überschritten hat. Die Europäer reden, der türkische Präsident handelt. Er tut es in dem Bewusstsein, in der Flüchtlingsdebatte die Fäden in der Hand und damit die EU am Haken zu haben. Erdogan wird nicht einlenken, solange Europa nicht mehr Selbstbewusstsein zeigt. Die Zeit drängt. Erdogans Kurs droht sein Land zu destabilisieren und in das orientalische Chaos einzubinden. Die Auswirkungen auf Europa wären verheerend.

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