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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und Bundeskanzlerin Angela Merkel beim G20-Gipfel in Hamburg im vergangenen Sommer. Foto: Bernd Von Jutrczenka

Universitäts-Studie

Erdogan bei Deutschtürken weniger beliebt als Merkel

Auch wenn ihn seine Anhänger in Deutschland stets jubelnd empfangen. Zumindest bei den Türkeistämmigen mit deutschem Pass ist Erdogan nicht so beliebt wie Merkel.

Köln/Duisburg (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) genießt laut einer Studie bei einem Teil der Deutschen türkischer Herkunft ein höheres Ansehen als der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

In einer Befragung durch Forscher der Universitäten Köln und Duisburg-Essen erreichte Erdogan auf einer Skala von minus fünf bis plus fünf lediglich einen Wert von minus 2,5. Merkel schnitt mit plus 1,6 deutlich besser ab.

Teilnehmer der Befragung waren allerdings nur Migranten, die sich für den deutschen Pass entschieden hatten. Türken mit Aufenthaltstitel wurden nicht befragt. Auffällig ist auch: Unter den Migranten der ersten Generation war die Zustimmung für die Kanzlerin mit plus zwei höher als unter den Türkeistämmigen der zweiten Generation (plus eins).

Dass es bei Deutschtürken bundesweit nur wenig Unterstützung für die Ideen von Erdogans Regierungspartei AKP gibt, kann man aus den Ergebnissen der Studie aber nicht ablesen. Zumindest nicht für Nordrhein-Westfalen. Immerhin zwölf Prozent der Türkeistämmigen dort gaben an, sie hätten bei der Bundestagswahl 2017 die Allianz Deutscher Demokraten gewählt. Die erst 2016 gegründete Partei hatte auf Plakaten mit einem Bild des türkischen Präsidenten geworben. Die Partei von Ramazan Akbas war nur in Nordrhein-Westfalen angetreten.

Bundesweit wählten der Studie zufolge 35 Prozent der Deutschtürken die SPD. 20 Prozent gaben ihre Stimme den Unionsparteien, 16 Prozent der Linkspartei und 13 Prozent den Grünen. Die FDP kam bei dieser Bevölkerungsgruppe auf nur vier Prozent. Die AfD hatte kein einziger der 500 Befragten gewählt.

Bei den Deutschen, die ihre Wurzeln in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion haben, zeigt sich laut Studie ein anderes Bild. Sie beurteilten den russischen Präsidenten Wladimir Putin im Durchschnitt besser als die deutsche Kanzlerin. Putin kam in der Befragung auf einen Wert von plus 1,4 und lag damit leicht vor Merkel (plus 1,1).

Von Russlanddeutschen und anderen Migranten aus dem Gebiet der früheren Sowjetunion erhielt die AfD zwar mit 15 Prozent deutlich mehr Stimmen als von der Gesamtbevölkerung (12,6 Prozent). An CDU und CSU, die 27 Prozent der Zweitstimmen erhielten, reichte sie aber dennoch nicht heran. Zweitstärkste Partei wurde bei dieser Gruppe die Linkspartei (21 Prozent).

"Ich war überrascht, wie viel geringer die Wahlbeteiligung bei den beiden Gruppen war; bei den Deutschtürken liegt die Quote bei 64 Prozent, bei den Russlanddeutschen sogar nur bei 58 Prozent", sagte Achim Goerres von der Universität Duisburg-Essen. An der Bundestagswahl im September 2017 hatten sich mehr als 76 Prozent der Wahlberechtigten beteiligt.

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