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Die türkische Regierung kritisiert den Kölner Kardinal Meisner wegen dessen Äußerungen über christliche und muslimische Familien.

Vor Erdogan-Besuch

Türkische Regierung kritisiert Kardinal Meisner

Istanbul - Die türkische Regierung hat den Kölner Kardinal Meisner wegen dessen Äußerungen über christliche und muslimische Familien kritisiert.

Kein Mensch sei mehr wert als der andere, sagte der für die Auslandstürken zuständige Minister Emrullah Isler nach türkischen Medienberichten vom Montag. „Wir sehen alle Menschen als gleichwertig an“, so stellvertretende Ministerpräsident. Er nannte Meisners Äußerung eine „unglückliche Bemerkung“, die auch in Deutschland für Irritationen gesorgt habe.

Isler, Mitglied der islamisch-konservativen Partei AKP, äußerte sich während eines Besuchs in Köln. Dort hatte der Minister und frühere Professor für islamische Theologie unter anderem an einer Führung im Dom teilgenommen. Am Dienstag wird der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan  zu einem Meinungsaustausch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Berliner Kanzleramt erwartet.

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Isler betonte während seines Besuchs weiter, im Islam gebe es keinen Zwang, die eine oder andere Religion anzunehmen. „Das sehen Sie, wenn Sie den Koran lesen“, sagte er. „Wir glauben an die Religionsfreiheit“, so der Minister.

Kardinal Meisner hatte vergangenen Freitag bei einer Veranstaltung des „Neokatechumenalen Weges“ Eheleute aus dieser geistlichen Bewegung dafür gelobt, große Familien mit teils zehn Kindern zu gründen. Dabei sagte er, „eine Familie von euch ersetzt mir drei muslimische Familien“. Später bedauerte er seine Äußerungen. „Es war keineswegs meine Absicht, Menschen anderen Glaubens damit zu nahe zu treten - meine Wortwahl war in diesem Fall vielleicht unglücklich“, so der Kardinal.

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