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Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat die EU erneut stark kritisiert. 

Ton verschärft sich erneut

"Kreuzritter-Allianz": Erdogan wettert erneut gegen EU

Istanbul - Zwei Wochen vor dem Verfassungsreferendum in der Türkei hat Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan während einer Wahlkampfveranstaltung erneut für einen Eklat gesorgt und gegen die EU ausgeteilt.

"Versteht Ihr, warum sie die Türkei seit 54 Jahren nicht in die EU aufnehmen?", fragte Erdogan bei einer Wahlkampfveranstaltung in der Hauptstadt Ankara vor Tausenden Anhängern. "Ich sage es laut und deutlich: Das ist durchweg eine Kreuzritter-Allianz."

Erdogan spielte auf eine Audienz von Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten bei Papst Franziskus in Rom am vorvergangenen Freitag an. "Schaut, in Italien, im Vatikan, saßen lammfromm alle Anführer der EU-Mitgliedsstaaten und hörten dem Papst zu", sagte Erdogan am Sonntag. Seit Beginn der Beitrittsverhandlungen der EU mit der Türkei 2005 "haben sie uns die ganze Zeit belogen".

Anlass der EU-Audienz beim Papst in Rom war der 60. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge. Erdogan hat der EU wiederholt vorgeworfen, die Türkei wegen ihrer mehrheitlich muslimischen Bevölkerung vor der Türe stehen zu lassen.

Erdogan beschuldigte "europäische Parlamentarier und Anführer" am Sonntag, sich vor der Volksabstimmung über das von ihm angestrebte Präsidialsystem am 16. April auf die Seite seiner Gegner geschlagen zu haben. "So Gott will, wird das türkische Volk, werden 80 Millionen den Anführern des Westens die größte Lektion erteilen." Das Präsidialsystem würde Erdogan erheblich mehr Macht geben.

Erdogan hat Kritik an Europa zu einem seiner zentralen Wahlkampfthemen gemacht. So hatte er zum Beispiel Bundeskanzlerin Angela Merkel "Nazi-Methoden" vorgeworfen. Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte Europa vor "Religionskriegen" gewarnt.

dpa

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