Gericht entscheidet: Abgeschobener Sami A. muss nach Deutschland zurückgeholt werden

Gericht entscheidet: Abgeschobener Sami A. muss nach Deutschland zurückgeholt werden
+
Recep Tayyip Erdogan bringt Alternativen zur EU ins Spiel

Orientierung nach Russland und China

Erdogan erwägt Alternativen zur EU

Der türkische Präsident Erdogan ärgert sich über Europa. Seit mehr als einem halben Jahrhundert halte die EU sein Land hin, beklagt der Staatschef - und bringt Alternativen im Osten ins Spiel.

Die Türkei könnte sich bei einem Ende der EU-Beitrittsverhandlungen nach den Worten von Präsident Recep Tayyip Erdogan nach Russland und China orientieren. Eine Mitgliedschaft der Türkei in der EU sei nicht alternativlos, sagte Erdogan nach Angaben der Zeitung „Hürriyet“ (Sonntag) bei seinem Rückflug von Usbekistan vor mitreisenden Journalisten. Vorstellbar sei etwa, dass sich die Türkei der von Russland und China dominierten Shanghaier Kooperationsorganisation (SCO) anschließe. Darüber habe er bereits mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gesprochen.

Erst vor wenigen Tagen hatte Erdogan von der EU eine Entscheidung über einen Abbruch der Beitrittsverhandlungen bis zum Ende des Jahres gefordert und andernfalls ein Referendum in der Türkei angekündigt. Bei seinem Rückflug aus Usbekistan bemängelte Erdogan nun erneut die zögerliche Haltung Europas im Beitrittsprozess. „Die EU hält uns seit vollen 53 Jahren hin“, sagte er.

In einem Interview des US-Nachrichtensenders CBS machte Erdogan seine Enttäuschung über die Politik Washingtons im Syrien-Konflikt und in der Flüchtlingskrise deutlich. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich sei nicht desillusioniert“, sagte Erdogan in der Sendung „60 Minutes“ laut vorab veröffentlichten Auszügen des Gesprächs.

Die Türkei habe diese Themen bei US-Präsident Barack Obama und Vizepräsident Joe Biden zur Sprache gebracht, sagte Erdogan. „Sie haben sich der Situation nicht gewachsen gezeigt und diese Themen nicht ernsthaft behandelt. Das war für uns sehr ärgerlich.“

Die Türkei bekämpft in Nordsyrien die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), aber auch die Kurden-Milizen der YPG. Die USA arbeiten im Kampf gegen den IS dagegen mit der YPG zusammen. Die YPG ist der syrische Ableger der in der Türkei, in der EU und in den USA verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die Türkei hat nach eigenen Angaben rund drei Millionen Flüchtlinge aufgenommen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Türkei-Krise spitzt sich zu - Das steht auf Erdogans Rache-Liste gegen Trump
Die Ankündigung höherer US-Strafzölle trifft die Türkei schwer. Erdogan forderte Bürger auf, bestimmte US-Produkte fortan zu boykottieren. Wir berichten im News-Ticker.
Türkei-Krise spitzt sich zu - Das steht auf Erdogans Rache-Liste gegen Trump
NRW-Gericht: Stadt Bochum muss Sami A. zurückholen
Als islamistischer Gefährder wurde Sami A. nach Tunesien abgeschoben - nun hat ein Gericht entschieden: Er muss zurück nach Deutschland geholt werden. Ob und wie das …
NRW-Gericht: Stadt Bochum muss Sami A. zurückholen
Präsidentengattin zeigt Haut: Brigitte Macron im Bikini auf dem Jetski 
Das französische Präsidentenpaar genießt gerade seine Ferien an der Côte d'Azur. Brigitte Macron zeigt viel Haut bei ihren Freizeitaktivitäten.  
Präsidentengattin zeigt Haut: Brigitte Macron im Bikini auf dem Jetski 
Insiderin vermutet: So will Melania Trump ihren Donald bestrafen
Omarosa Manigault Newman hat ein Enthüllungsbuch über ihren Ex-Chef Donald Trump geschrieben. Im Streit soll der Präsident eine rassistische Äußerung gemacht haben. …
Insiderin vermutet: So will Melania Trump ihren Donald bestrafen

Kommentare