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Freie Meinungsäußerung? TV-Mann Jan Böhmermann fühlt sich von der Bundesregierung im Stich gelassen.

Kritik an der Bundesregierung

Erdogan-Schmähgedicht: Böhmermann stellt deutschen Staat infrage

Wann sind die Grenzen der Satire überschritten? Moderator Jan Böhmermann kritisiert Angela Merkel und Co., die ihn im Streit mit dem türkischen Staatsoberhaupt Erdogan alleine lassen.

Der Satiriker Jan Böhmermann fühlt sich in den Konflikten um sein Schmähgedicht über den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan von der Bundesregierung generell im Stich gelassen. "Staatliche Akteure müssen die Grundrechte der Bürger schützen", sagte er der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf vom Freitag.

"Wenn es den Menschen selbst überlassen ist, sich vor Feinden der Meinungsfreiheit zu schützen, muss man den Staat in Frage stellen", sagte der 37-Jährige. Er hatte vor fast zwei Jahren in der ZDF-Sendung "Neo Magazin Royale" ein Gedicht verlesen, in dem Erdogan unter anderem in drastischen Worten sexueller Handlungen wie Pädophilie bezichtigt wurde. Erdogan ging dagegen juristisch vor.

Böhmermann vs. Erdogan: Dienstag geht ziviler Rechtsstreit in nächste Runde

Strafrechtlich blieb die Angelegenheit für den Moderator folgenlos, zivilrechtlich aber unterlag er bisher. Das Hamburger Landgericht verbot das Gedicht weitgehend. Ab Dienstag geht der zivile Rechtsstreit allerdings in der nächsten Instanz in eine weitere Runde: Dann beginnt vor dem Oberlandesgericht in Hamburg die Berufungsverhandlung.

"Ich muss jetzt dafür einstehen, dass das Grundrecht auf Meinungsfreiheit in Deutschland geachtet wird. Dabei ist das gar nicht mein Job", sagte Böhmermann weiter.

Video: Schmähgedicht-Affäre - Schlägertrupp auf Böhmermann angesetzt

AFP/PF

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