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May und Erdogan beschlossen, das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern auf 20 Milliarden Dollar anzuheben. 

Gespräche in Ankara

May und Erdogan unterzeichnen Rüstungsabkommen

Istanbul - Die britische Premierministerin May setzt angesichts des Brexits ihre Suche nach neuen Handelspartnern fort. In der Türkei vereinbart sie mit Präsident Erdogan eine Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen.

Nach Gesprächen der britischen Premierministerin Theresa May mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und Ministerpräsident Binali Yildirim in Ankara haben Unternehmen beider Länder ein Rüstungsabkommen geschlossen. Dabei gehe es um die gemeinsame Entwicklung von Kampfflugzeugen, sagte May bei einer Pressekonferenz. Das britische Unternehmen BAE Systems und Turkish Aerospace Industries hätten eine Übereinkunft über mehr als 100 Million Pfund unterzeichnet. Künftig solle das türkische Rüstungsprojekt TF-X, die erste Kampfjetentwicklung der Türkei, gemeinsam vorangetrieben werden. Großbritannien sei eine globale Handelsnation und offen für Geschäfte, sagte May dazu. 

Der Plan zur Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich sei der "Beginn einer neuen und tieferen Handelsbeziehung" und werde britische und türkische Jobs sichern. Die Kooperation in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit sei "berechtigt und wichtig", weil die Türkei ein wichtiger Nato-Partner sei, so Mays Sprecherin. Das Abkommen ist noch nicht bindend, kann aber zu Verträgen in Milliardenhöhe führen. Die türkische Luftwaffe nutzt derzeit F-16-Flugzeuge aus US-Produktion und verfolgt schon länger den Plan, eigene Kampfjets herzustellen.

Ziel des ersten Besuchs der britischen Regierungschefin in der Türkei war vor allem die Intensivierung der Handelsbeziehungen. Angesichts des beabsichtigten Austritts Großbritanniens aus der EU und dem europäischen Binnenmarkt ist Großbritannien auf neue Handelspartner angewiesen. Erdogan sagte, das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern solle von 15,6 Milliarden US-Dollar auf 20 Milliarden US-Dollar anwachsen.

Am Freitag war May als erste ausländische Regierungschefin vom neuen US-Präsidenten Donald Trump in Washington empfangen worden. Von dort flog sie nach Ankara. Mit dem türkischen Staatschef besprach sie nach eigenen Angaben neben den Handelsbeziehungen beider Länder auch Themen wie die gemeinsame Sicherheitspolitik, den Bürgerkrieg in Syrien und die Bemühungen um eine Wiedervereinigung der geteilten Mittelmeerinsel Zypern.

Dabei sagte sie, sie sei "stolz", dass London während des gescheiterten Militärputsches im Juli an der Seite der demokratisch gewählten türkischen Regierung gestanden habe. Ankara sei nun aufgefordert, an Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten festzuhalten, was die türkische Regierung zugesagt habe.

dpa/afp

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