„Nicht zu akzeptieren“

Erdogan: USA opfern strategische Partnerschaft mit Türkei

In der Visa-Krise hat Erdogan die USA erneut scharf angegriffen. Er warf der US-Regierung vor, die strategische Partnerschaft mit der Türkei für einen „frechen Botschafter“ zu opfern.

Istanbul - In der Visa-Krise hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan die USA erneut scharf angegriffen. Er warf der US-Regierung am Donnerstag in einer Rede vor Gouverneuren vor, die strategische Partnerschaft mit der Türkei für einen „frechen Botschafter“ zu opfern. Das sei „nicht zu akzeptieren“. Erdogan macht seit Tagen den US-Botschafter in Ankara, John Bass, - der die volle Rückendeckung des Weißen Hauses hat - für die Krise zwischen der Türkei und den USA verantwortlich.

Die USA hatten am Sonntag die Vergabe von Visa in ihren Vertretungen in der Türkei auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Hintergrund ist die Inhaftierung eines türkischen Mitarbeiters des US-Konsulats in Istanbul in der vergangenen Woche. Die türkische Regierung reagierte auf die Maßnahme der USA, indem sie ihrerseits die Visavergabe an US-Staatsbürger stoppte.

Erdogan sagte weiter, die Türkei sei kein Stammesstaat, das müssten die USA akzeptieren. „Wenn Ihr das nicht akzeptieren solltet, dann nichts für ungut. Wir sind nicht von Euch abhängig.“ Er kündigte zudem an, dass die türkische Polizei keine Sig-Sauer-Waffen aus den USA mehr benutzen werde.

Unterdessen sagte der türkische Justizminister Abdulhamit Gül nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, der inhaftierte Konsulatsmitarbeiter habe von Freitag an die Möglichkeit, einen Anwalt zu sehen. Die USA hatten am Dienstag gefordert, dem Anwalt des Mitarbeiters Zugang zu dem Inhaftierten zu gewähren.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

SPD-Mitgliedervotum: So hat Altkanzler Schröder abgestimmt
Nach langer Hängepartie haben sich Union und SPD auf einen Koalitionsvertrag verständigt. Nun kommt es auf die Mitglieder der SPD an. Doch in der Partei rumort es. Alle …
SPD-Mitgliedervotum: So hat Altkanzler Schröder abgestimmt
Paradox: Trump will Regeln abschaffen - nun helfen die Melanias Eltern
Es ist durchaus paradox. Die Eltern von Melania Trump haben ein dauerhaftes US-Aufenthaltsrecht erhalten - und das mit großer Wahrscheinlichkeit aufgrund von Regeln, die …
Paradox: Trump will Regeln abschaffen - nun helfen die Melanias Eltern
Index veröffentlicht: So korrupt geht es in Deutschland zu
Die Organisation Transparency International hat wieder ihren jährlichen Korruptionswahrnehmungsindex herausgegeben. Deutschland ist im Vergleich zu vergangenen Jahren …
Index veröffentlicht: So korrupt geht es in Deutschland zu
Bulgaren erleben mehr Korruption als Menschen in Ruanda
Westeuropa steht in Sachen Korruption besser da als jede andere Region der Welt. Für einige EU-Staaten in Osteuropa gilt das jedoch nicht. Auch Beitrittskandidaten wie …
Bulgaren erleben mehr Korruption als Menschen in Ruanda

Kommentare