+
Recep Tayyip Erdogan versteigt sich zu immer größeren Anfeindungen gegen die EU.

Bittere Vorwürfe gegen die EU

Erdogan verklärt Referendum zum Mittel gegen „faschistisches Europa“

Ankara - Vor dem Verfassungsreferendum in der Türkei hat Präsident Recep Tayyip Erdogan ein Ja bei der Abstimmung zum besten Mittel gegen das "faschistische Europa" erklärt.

Der türkische Staatschef sagte am Dienstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Ankara, Europa sei "rassistisch, faschistisch und grausam". Die Wähler müssten daher bei der Volksabstimmung eine Antwort geben, die "die ganze Welt hören kann" und mit Ja stimmen.

Europa sei nicht nur islamfeindlich, sondern auch gegen die Türkei gerichtet, fuhr Erdogan in seiner Rede fort. Die europäischen Länder hätten ihre Masken abgelegt und ihr "wahres Gesicht" gezeigt - Europa verhalte sich genauso wie zur Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Die Menge antwortete mit einem lauten "Ja", als Erdogan fragte, ob die Wähler für "eine einzige Nation, eine einzige Flagge, ein einziges Vaterland und einen einzigen Staat" seien.

Die türkische Führung hatte zuletzt immer wieder Nazi-Vorwürfe erhoben und dabei vor allem Deutschland und die Niederlande erzürnt. Für den deutschen Außenminister Sigmar Gabriel verstoßen diese zunehmend gegen deutsches Recht.

Hintergrund der Krise sind mehrere abgesagte Auftritte türkischer Politiker, die bei den im Ausland lebenden Türken für das Referendum am 16. April werben wollten. Bei der Abstimmung steht die Einführung eines Präsidialsystems zur Entscheidung, das Erdogan deutlich mehr Macht verleihen würde. Angeblich soll es bis zum Referendum nun keine weiteren Wahlkampfauftritte mehr in Deutschland geben.

afp

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nach Präsidentenwahl in Kenia: Opposition legt Einspruch ein
Kenias Opposition will das Wahlergebnis von vor rund einer Woche nicht anerkennen. Die Computer seien manipuliert worden, lautet einer der Vorwürfe. 
Nach Präsidentenwahl in Kenia: Opposition legt Einspruch ein
Rechte „Identitäre“ in Barcelona nicht willkommen
Nach dem Terroranschlag von Barcelona marschierten Mitglieder der Identitären Bewegung in der Stadt auf. Passanten stellten sich den Rechten entgegen.
Rechte „Identitäre“ in Barcelona nicht willkommen
Terror-Fahrer von Barcelona war erst 17 und kündigte die Tat an
Sein Anschlag tötete 14 Menschen und wollte offenbar noch viel mehr treffen - über den Attentäter von Barcelona gibt es mittlerweile nähere Erkenntnisse.   
Terror-Fahrer von Barcelona war erst 17 und kündigte die Tat an
Merkel zu Erdogan: „Wir verbitten uns jede Art von Einmischung“
Der türkische Präsident Erdogan hat die türkischstämmigen Wähler zum Boykott bei der Bundestagswahl aufgerufen. Bundeskanzlerin Angela Merkel übt an der Einmischung …
Merkel zu Erdogan: „Wir verbitten uns jede Art von Einmischung“

Kommentare