+
Will alle Strafanzeigen wegen Beleidigung des Staatspräsidenten zurückzuziehen: Recep Tayyip Erdogan. Foto: Türkische Regierung

Erdogan will Beleidigungsklagen fallen lassen

Istanbul (dpa) - Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat angekündigt, alle seine Strafanzeigen wegen Beleidigung des Staatspräsidenten zurückzuziehen. In der Türkei sind nach offiziellen Angaben gut 1800 solcher Verfahren anhängig, auch gegen eine Reihe von Oppositionspolitikern.

Beobachter werten Erdogans Schritt als Versöhnungsgeste in Richtung Opposition. Es blieb zunächst unklar, ob das auch für Beleidigungsanzeigen im Ausland gilt - wie etwa Erdogans Klage gegen den Satiriker Jan Böhmermann wegen dessen umstrittenen Gedicht "Schmähkritik". Seinen Kritikern unterstellte er generell, auf der Seite der Putschisten zu stehen.

Erdogan beklagte sich zudem über mangelnde Anteilnahme und Solidarität im Ausland nach dem Umsturzversuch. So seien etwa aus der EU und anderen westlichen Staaten keine Repräsentanten angereist, um ihr Beileid zu bezeugen, rügte er unter Verweis auf 237 getötete Zivilisten und loyale Sicherheitskräfte.

Mit Blick auf Türken mit Wohnsitz in Deutschland und Österreich sagte Erdogan, ihnen werde das Recht zu Protesten verwehrt. Teilweise dürften sie nicht einmal die türkische Flagge an ihren Häusern hissen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

US-Gesandter: Russland für "heißen Krieg" in der Ukraine verantwortlich
Seit Mittwoch wurden bei den Kämpfen zwischen pro-russischen Separatisten und Regierungstruppen in der Ostukraine elf ukrainische Soldaten getötet. Der neue …
US-Gesandter: Russland für "heißen Krieg" in der Ukraine verantwortlich
Steinmeier für "deutliche Haltsignale" gegenüber der Türkei
Zwischen Deutschland und der Türkei wird das Klima immer frostiger. Die Bundesregierung verschärft ihren Kurs. Vom Bundespräsidenten kommen ungewohnt kritische Töne. Die …
Steinmeier für "deutliche Haltsignale" gegenüber der Türkei
Trumps neuer Kommunikationschef löscht kritische alte Tweets
Donald Trump hat einen neuen Kommunikationschef. Aber der lag früher längst nicht immer auf der Linie, die sein neuer Boss vertritt. Im Gegenteil.
Trumps neuer Kommunikationschef löscht kritische alte Tweets
Im Irak festgenommene 16-Jährige bereut Anschluss an IS
"Ich will nur noch weg", sagt das vermisste Mädchen aus Sachsen in irakischer Haft. Sie wolle kooperieren. Einem Reporter des Recherchenetzwerks aus "SZ", NDR und WDR …
Im Irak festgenommene 16-Jährige bereut Anschluss an IS

Kommentare