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Die Alpen-Idylle-Karikatur sorgt für ein großes Donnerwetter. Wegen einer Zeichnung des Karikaturistenduos "Greser & Lenz" gibt es Ärger zwischen Deutschland und der Türkei.

Ärger zwischen Berlin und Ankara

Wegen Karikatur in Schulbuch: Türkei beschwert sich

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Istanbul - Die Alpen-Idylle-Karikatur sorgt für ein großes Donnerwetter. Wegen einer Zeichnung des Karikaturistenduos „Greser & Lenz“ gibt es Ärger zwischen Deutschland und der Türkei.

Das Außenministerium in Ankara hat sich offiziell über den Nachdruck der Zeichnung in einem baden-württembergischen Schulbuch beschwert, weil in einer Ecke ein zähnefletschender Hund zu sehen ist, auf dessen Hundehütte „Erdogan“ steht.

Die Zeichnung beleidige den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und die in Deutschland lebenden Türken, teilte das Außenministerium in einer Erklärung mit. Solche Karikaturen zeigten die Zunahme von Rassismus und Ausländerfeindlichkeit in Deutschland.

Hierzulande sorgt das für eine rege politische Debatte. Zwei CDU-Bundestagsabgeordnete, die sich gerade zu einem Besuch in der Türkei aufhalten, stimmten Erdogan zu. „Völlig inakzeptabel“ sei der Nachdruck der Karikatur in dem Schulbuch. Es solle nicht mehr im Unterricht verwendet werden. Dass das Buch aus dem Verkehr gezogen wird, ist aber eher unwahrscheinlich. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) jedenfalls zeigte für die Kritik aus Ankara wenig Verständnis. „Eine Karikatur ist eine Karikatur und sie karikiert, deshalb heißt sie so“, sagte er. Erdogan wolle von Rechtsstaatsproblemen im eigenen Land ablenken. Auch die CSU reagiert mit Spott. „Ausgerechnet dem grün-rot regierten Baden-Württemberg ist Erdogan böse“, sagt der Europaabgeordnete Markus Ferber: „Er will wohl seine letzten deutschen Freunde verlieren.“

Die Kritiker Erdogans haben in der Türkei tatsächlich einen schweren Stand. Gerade Journalisten und Künstler müssen immer wieder mit Repressionen rechnen. Vor knapp zwei Wochen sprach ein Gericht den Karikaturisten Musa Kart vom Vorwurf der Beleidigung Erdogans frei. Er hatte für die oppositionelle Zeitung „Cumhuriyet“ eine Karikatur zu Korruptionsvorwürfen gegen Regierungsmitglieder gezeichnet. Die Staatsanwaltschaft forderte neun Jahre und zehn Monate Haft für ihn.

Schon früher hatte Kart Ärger mit Erdogan. Vor acht Jahren musste er sich vor Gericht verantworten, weil er den damaligen Regierungschef als Katze darstellte. Auch damals wurde er freigesprochen.

dpa/cd

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