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Recep Tayyip Erdogan geht seit dem Putschversuch mit harter Hand gegen Regierungskritiker vor.

Mitwirkung am Putschversuch?

Erdogans Urlaubsort verraten: Türkei ordnet Festnahme von Journalisten an

Istanbul - Der Herausgeber der drittgrößten Zeitung der Türkei soll festgenommen werden, weitere Journalisten sind zur Fahndung ausgeschrieben. Hintergrund: Das Blatt berichtete vom Urlaubsort des Präsidenten.

Die Istanbuler Staatsanwaltschaft hat die Festnahme des Herausgebers der regierungskritischen Zeitung „Sözcü“, Buray Akbay, angeordnet. Die Verantwortliche für den Online-Auftritt der Zeitung, Mediha Olgun, sei bereits festgenommen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag. Akbay halte sich im Ausland auf. „Sözcü“ ist mit einer Auflage von 270.000 Exemplaren die drittgrößte Zeitung der Türkei.

Insgesamt seien vier Mitarbeiter des Blattes zur Fahndung ausgeschrieben worden, darunter Akbay und Olgun, hieß es. Den Verdächtigen werde vorgeworfen, Straftaten zugunsten der Gülen-Bewegung begangen zu haben, ohne der Organisation anzugehören.

Die türkische Regierung macht die Gülen-Bewegung für den Putschversuch vom Juli vergangenen Jahres verantwortlich. Die regierungsnahe Zeitung „Sabah“ berichtete, bei den Vorwürfen gegen „Sözcü“ gehe es um einen Bericht vom 15. Juli 2016, in dem das Blatt den Urlaubsort von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan öffentlich machte. Stunden später begann der Umsturzversuch, bei dem Putschisten das Hotel in Marmaris angriffen. Erdogan war kurz zuvor abgereist.

„Sözcü“ bestätigte zunächst lediglich, dass es eine Operation gegen die Zeitung gebe. Die Redaktion teilte mit, die Zeitung werde nicht verstummen.

In der Türkei sitzen Dutzende Journalisten im Gefängnis, darunter auch der deutsch-türkische „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel. Die Regierung ließ zahlreiche kritische Medien schließen. Auf der diesjährigen Rangliste von Reporter ohne Grenzen liegt die Türkei auf Platz 155 von 180.

Erdogan macht derzeit auch von sich Schlagzeilen, weil seine Sicherheitsleute bei einem Besuch in Washington Demonstranten angegriffen haben sollen.

dpa

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