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Applaus für Frauke Petry: Vor allem im Netz ziehen die markigen Sprüche der AfD-Vorsitzenden.

Nach den Wahlerfolgen

Werbe-Experte erklärt die Strategie der AfD

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Berlin - Bei den Landtagswahlen konnte die AfD große Erfolge verbuchen. Das könnte nicht nur an zunehmender Unzufriedenheit mit der Regierungspolitik liegen, sondern auch an einer cleveren Strategie.

Die AfD ist bundesweit stärkste Kraft. Zwar nicht bei den Wählerstimmen, aber auf Facebook. Sieht man sich die Profile deutscher Parteien an, zeichnet sich die AfD durch einen massiven Vorsprung aus: Während die Volksparteien SPD und CDU jeweils rund 100.000 Anhänger vorweisen können, haben bei der AfD bereits mehr als 250.000 Menschen auf den Like-Button gedrückt.

Dieses digitale Machtverhältnis bildet nur einen kleinen Teil der Wählerschaft ab, Wahlergebnisse kann man daraus noch keine ableiten. Schließlich hat auch die Linke, bei allen drei Landtagswahlen abgestraft, mehr als 130.000 Fans. Gefolgt wird sie von der CSU mit gut 110.000 Likes, und auch die Grünen streben in Richtung der 100.000er-Marke. Dennoch erstaunt der Erfolg der AfD im Netz. Möglicherweise bietet er auch Anhaltspunkte, weshalb die Rechtspopulisten bei den jüngsten Landtagswahlen so stark abschneiden konnten.

„Die AfD mobilisiert besser“

Eine Erklärung bietet Ronald Focken, Geschäftsführer der Serviceplan Group, einer der größten Werbeagenturen Europas. „Die AfD mobilisiert besser“, erklärte der PR-Fachmann im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Durch die Brille des Werbefachmanns betrachtet, ist der Erfolg der AfD das Resultat einer gelungenen Werbestrategie. „Was ist das Überzeugendste in der Kommunikation – egal ob Produkt, Marke oder Partei?“, fragt Focken und liefert sogleich die Antwort: „Letztendlich der persönliche Dialog.“ Genau diesen schaffe die AfD, im Gegensatz zu den etablierten Parteien. „Und zwar vollkommen hemmungslos.“ Ein Stilelement für Öffentlichkeitswirkung sei die Provokation. Das bestätigt ein internes Schreiben Frauke Petrys an Parteimitglieder, das an die Öffentlichkeit gelangte.

Strategie erinnert an Donald Trump

Für Werbespezialist Focken ist die Strategie der AfD vergleichbar mit jener von Donald Trump im US-Wahlkampf: Es gehe darum, simple Themen, die auf das Interesse der Bevölkerung stoßen, zu platzieren und damit Zustimmung zu kassieren. „Das hat nichts mit einem roten Faden zu tun, sondern mit Medienwirksamkeit“, so Fockes Fazit. 

Die AfD greife Fragmente aus Politikerreden auf oder kommentiere Themen die gerade durch die Medien wanderten, sagt Focke: „Da werden Zitate oft zusammenhangslos auf eine Texttafel geschrieben und so simplifiziert. Das ist schon brachial, muss man sagen.“ 

Die Facebook-Redaktion der Partei besteht, wie die Wochenzeitung Die Zeit herausfand, aus einem einzigen Mitarbeiter, der ohne Kontrollinstanz agiert. Losgelöst und anti-institutionell - das komme an bei der neuen Rechten im Netz.

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