Kampf um den Brexit

Großbritannien-Wahl 2019: Gewaltiges Johnson-Ergebnis - Labour vor dem Abgrund

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  • Robert Märländer
    Robert Märländer
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Bei der Großbritannien-Wahl 2019 wird das Ergebnis ausgezählt. Boris Johnsons Tories haben sich souverän durchgesetzt.

  • Am 12. Dezember fanden in Großbritannien Neuwahlen statt.
  • Die UK-Wahl hat der Conservative Party von Boris Johnson die Mehrheit gebracht.
  • Die Auszählung der Stimmen dauert bis Freitagmorgen an.

Update vom 13. Dezember, 6.16 Uhr: Premierminister Boris Johnson und seine konservativen Tories gehen als klare Sieger aus der Parlamentswahl in Großbritannien hervor. Die Partei errang nach Auszählung von rund 600 der 650 Wahlkreise am Freitagmorgen mindestens 326 Sitze und damit die absolute Mehrheit im Unterhaus.

Großbritannien-Wahl 2019: Die aktuellen Hochrechnungen

Update vom 13. Dezember 2019, 4.30 Uhr: Bereits seit fünfeinhalb Stunden sind die Prognosen der Exit Polls publik - bis handfeste Ergebnisse zur britischen Unterhaus-Wahl, der „General Election“ feststehen, wird es aber noch eine ganze Weile dauern. Aktuell ist noch nicht einmal die Hälfte der Wahlkreise ausgezählt. 

Mittlerweile deutlich in Führung liegt nichtsdestotrotz die konservative Partei von Premier Boris Johnson. Sie liegt um 4.30 Uhr bei 149 Mandaten, Jeremy Corbyns Labour-Partei kommt auf 102 Sitzen, die schottische SNP auf 21. Alle weiteren Parteien kommen zur Stunde auf lediglich fünf Sitze oder weniger. Im Einzelnen sind dies die Liberaldemokraten (5 Mandate), die nordirischen Partei DUP (4) und Sinn Fein (4), die walisische Plaid Cymru (4), sowie ein unabhängiger Abgeordneter.

Großbritannien-Wahl 2019: Dramatisches Johnson-Ergebnis - Labour vor dem Abgrund

Update von 23.57 Uhr: Die konservative Regierungspartei steuert zu Beginn der Wahlnacht auf einen Erdrutschsieg zu. Sollte das Ergebnis der Großbritannien-Wahl am Ende den Hochrechnungen entsprechen, würde Boris Johnson für die Tories das stärkste Ergebnis seit 1987 holen. Damals regierte noch Margaret Thatcher im Vereinigten Königreich. Noch historischer ist das Wahlergebnis für die sozialdemokratische Labour Party - allerdings im negativen Sinn. 191 Sitze im Unterhaus wären das schwächste Ergebnis seit 1935.

Die Ergebnis-Prognosen im Überblick:

  • Conservative Party: 368 (+51)
  • Labour Party: 191 (-71)
  • Scottish National Party: 55 (+20)
  • Liberal Democrats: 13 (+1)
  • Update von 23.20 Uhr: Laut der aktuellen Hochrechnung würden die konservativen Tories 51 Sitze in Unterhaus hinzu gewinnen. Boris Johnson könnte mit diesem Ergebnis ohne Koalitionspartner regieren. Die Labour-Herausforderer müssten demnach drastische Verlusten verkraften und 71 Abgeordnete weniger ins Unterhaus schicken.

    Ergebnis der Großbritannien-Wahl 2019: Erste Hochrechnung von 23 Uhr

    Update von 23 Uhr: Die ersten Zahlen zur Wahl sind veröffentlicht. Demnach wäre die Conservative Party von Boris Johnson stärkste Kraft im Unterhaus mit einer absoluten Mehrheit der gewonnenen Mandate in den 650 Wahlkreisen. Herausforderer Jeremy Corbin von der Labour Party könnte mit diesem Ergebnis nicht Premierminister werden.

    Die Auszählung der Stimmen in den Wahlkreisen steht noch aus. Zunächst beruhen die Hochrechnungen der Institute auf Wählerbefragungen am Wahltag. Die Zahl der Mandate, die die Parteien erringen, kann sich noch verschieben.

    Hochrechnungen zur UK-Wahl werden für 23 Uhr erwartet

    Update von 22.30 Uhr: Ab 23 Uhr, wenn die Wahllokale schließen, sind aus Großbritannien die ersten Zahlen zu erwarten. Zunächst ermitteln die Umfrageinstitute auf Basis von „Exit Polls“ (Wählerbefragungen an den Wahllokalen) Hochrechnungen für das landesweite Ergebnis. Die Großbritannien-Wahl wird allerdings durch ein reines Mehrheitswahlrecht entschieden. Deshalb sind die Einzelergebnisse der Wahlkreise, die im Laufe der Nacht ausgezählt werden, am Ende ausschlaggebend für die Sitzverteilung im Parlament.

    Bei Großbritannien-Wahl 2019 droht Ergebnis mit Ausnahmesituation

    Update von 21.44 Uhr: Vor der Auszählung der Ergebnisse der Großbritannien-Wahl gilt ein Patt als realistisches Szenario. In diesem Fall hätte keine der beiden großen Parteien eine eigene Mehrheit für eine Regierungsbildung. Ein solches „hung parliament" ist im Vereinigten Königreich historisch betrachtet eine Ausnahmesituation, da das britische Mehrheitswahlrecht darauf zugeschnitten ist, eine Regierung ohne Koalition zu ermöglichen.

    Falls keine Partei eine absolute Mehrheit im Unterhaus erzielt, ist sogar eine Minderheitsregierung mit Labour-Chef Jeremy Corbyn als Premierminister denkbar. Der 70-Jährige will den Brexit verschieben, um ein eigenes Abkommen auszuhandeln. Über den Deal sollen die Briten dann in einem zweiten Referendum abstimmen. Die Alternative wäre ein Verbleib in der Staatengemeinschaft.

    Für gutes Ergebnis bei der Unterhauswahl: Hunde gehen auf Stimmenfang

    Update von 20.58 Uhr: Am Wahltag haben viele Politiker ein letztes Mal versucht, das Ergebnis der UK-Wahl zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Ob es ihnen gelungen ist, werden die Hochrechnungen ab 23 Uhr deutscher Zeit zeigen. Eine Taktik war über Parteigrenzen hinweg beliebt: Der Hund als Mittel zum Stimmenfang.

    Boris Johnson kam mit seinem Hund Dilyn ins Wahllokal und auch online warb die Partei mit dem Vierbeiner. „Dilyn, der Hund, will, dass ihr heute konservativ wählt“, posteten die Tories auf ihrem Twitter-Account. 

    Auch andere Politiker nutzten ihre Hunde, um mehr Stimmen zu bekommen - darunter auch der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan. „Ich bin hier mit Luna, wir wählen - Sie sollten das auch machen“, sagte der Labour-Politiker in einer Videobotschaft mit Luna neben sich. Wie viele andere twitterte er seine Botschaft unter #dogsatpollingstations. Unter diesem Hashtag posteten etliche Briten lustige Fotos von Hunden vor Wahllokalen. Darunter war auch ein Vierbeiner mit Weihnachtskostüm zu sehen.

    Ergebnis der Großbritannien-Wahl hängt auch an Schottland

    Update von 19.50 Uhr: Von den 650 Sitzen im Unterhaus werden alleine 59 in Schottland vergeben. Dieser Teil des Vereinigten Königreichs ist ein schwieriges Pflaster für den Brexit-Premierminister Boris Johnson. Einmal mehr scheint das dortige Wahlergebnis auch eine Art Abstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands zu sein.

    Die Scottish National Party (SNP) versammelt Wählertypen, die einen Austritt aus der Europäischen Union ablehnen - und sie hatte damit bereits bei der letzten Wahl große Teile der Bevölkerung hinter sich. Im Unterhaus hält die SNP derzeit 35 Sitze. Sie könnten ihr Ergebnis auf Kosten der Tories von Boris Johnson weiter verbessern, wenn die Skepsis gegen den Brexit-Kurs des Premierministers die Oberhand behält.

    Wahl in Großbritannien lässt doch noch knappes Ergebnis erwarten

    Update von 18.40 Uhr: Boris Johnson muss auf den letzten Metern doch noch um den Wahlsieg zittern. Über Wochen hinweg galt der Premierminister als beinahe uneinholbar, doch nach den jüngsten Umfragen deutet sich ein knapperes Ergebnis bei der Wahl in Großbritannien an. Das Meinungsforschungsinstitut YouGov veröffentlichte am Dienstag im Auftrag der Tageszeitung Times neue Prognosen, laut denen Johnsons Conservative Party nur noch mit 28 Mandaten Vorsprung rechnen kann. Nicht lange zuvor gingen die Institute noch von bis zu 40 Mandaten mehr aus.

    Unberechenbar wird die Situation für den Premierminister schon dadurch, dass Großbritannien das gesamte Unterhaus durch eine Mehrheitswahl besetzt. Den Einzug ins Parlament kann ein Abgeordneter nur durch den Sieg in seinem Wahlkreis erreichen. Die Parteien können dadurch unerwartet einzelne Mandate gewinnen oder verlieren - größere Verschiebungen der Mehrheitsverhältnisse sind nicht ausgeschlossen.

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    Großbritannien-Wahl 2019: Wann gibt es die ersten Prognosen und das Ergebnis?

    London - Für Boris Johnson und seinen Brexit-Plan könnte der 12. Dezember zum Tag der Wahrheit werden. Denn dann stehen in Großbritannien Neuwahlen an, das Ergebnis könnte für die Zukunft des Landes entscheidend sein. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die konservativen Tories unter Boris Johnson eine Mehrheit erlangen können.

    Wahl in Großbritannien: Ab wann wird das Ergebnis ausgezählt?

    Die Wahllokale in Großbritannien sind bis 22 Uhr Ortszeit geöffnet - also 23 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MEZ). Erst spät wird also ein vorläufiges Ergebnis zu erwarten sein. Zuvor liefern aber Prognosen und Hochrechnungen erste Indizien für den endgültigen Ausgang der UK-Wahl. Sie stellen einen guten Anhaltspunkt für das Endergebnis und den möglichen Erfolg von Boris Johnson dar. 

    Die Ergebnisse der UK-Wahl werden in zwei Schritten ausgezählt. Typischerweise endet dieser Prozess um zwei Uhr morgens britischer Zeit - und die Gewinner der UK-Wahl werden in den frühen Morgenstunden kurz nach Auszählungsende bekannt gegeben. Es kann aber durchaus bis zu 24 Stunden dauern, bis das Ergebnis veröffentlicht wird. Während mit der Parlamentswahl in England über den Brexit abgestimmt wird, könnten die Schotten für ihre Unabhängigkeit wählen gehen.

    In Großbritannien werden die Bürger am 12. Dezember wieder an die Wahlurne gebeten.

    Wann gibt es die Hochrechnungen und Prognosen zur UK-Wahl 2019?

    Nach der Schließung der Wahllokale um 22 Uhr britischer Zeit wird die erste Hochrechnung erwartet. In Deutschland kann also um 23 Uhr abends mit den ersten Zahlen gerechnet werden. Danach werden regelmäßig weitere Hochrechnungen veröffentlicht, während die Stimmen ausgezählt werden.

    Mit jeder weiteren Hochrechnung kommen die Zahlen näher an das endgültige Ergebnis heran, da immer mehr Wahlzettel in die Berechnungen einfließen. Bis zum vorläufigen Endergebnis ist allerdings ein wenig Geduld gefordert.

    Großbritannien-Wahl 2019: Boris Johnson kämpft gegen Jeremy Corbyn um Wahlsieg

    Die aktuelle UK-Wahl dieses Jahr verspricht spannend zu werden. Zwei politische Strömungen - die Tories mit Boris Johnson und die Labour-Partei mit Jeremy Corbyn - kämpfen um den Brexit-Ausgang. Am 12. Dezember werden die Briten an die Wahlurnen gebeten - es ist die erste Wahl rund um Weihnachten seit 1923. Bis 22 Uhr Ortszeit werden die Lokale dennoch geöffnet sein - auch wenn es um diese Uhrzeit schon einige Zeit dunkel sein wird. Danach beginnt eine Nacht der Auszählung, um so schnell wie möglich zum Ergebnis zu kommen.

    Insgesamt 46 Millionen Wähler in Wales, England, Schottland und Nordirland sind aufgerufen, ihre Stimme zur UK-Wahl abzugeben. Die aktuellen Prognosen schwanken erheblich - und wie die Wahl in Großbritannien 2017 klarmachte, kann man nicht jeder Umfrage vertrauen. Theresa May fuhr damals für die Konservativen erhebliche Verluste ein und verspielte die Mehrheit. Boris Johnson möchte diese zurückgewinnen, um seinen Brexit-Plan Ende Januar durchzusetzen - und gibt sich siegessicher. Während des Brexit-Chaos‘ werden nun jedoch Vorwürfe gegen Boris Johnson laut. Er soll eine angebliche Ex-Affäre bei der Vergabe von Fördergeldern bevorzugt haben.

    UK-Wahl 2019: Das Wahlsystem in Großbritannien - wie setzt sich das Wahlergebnis zusammen?

    In 650 Wahlkreisen wird in Großbritannien gewählt. Im Durchschnitt 70.000 Wähler ist jeder dieser Kreise stark - und da es in der UK ein Mehrheitswahlsystem gibt, bekommt der Gewinner des Wahlkreises alle Stimmen, während die Kreuze für die anderen Parteien dann verfallen. In rund 40.000 Wahlstationen (den „Polling Stations“) im ganzen Land können die Wähler ihre Stimme abgeben.

    650 Parlamentsmitglieder werden so gewählt. Die Partei, die dabei die meisten Wahlkreise einfahren kann bildet die neue Regierung. Wenn es zu keiner absoluten Mehrheit reicht, muss eine Koalition gebildet werden. Der Anführer der stärksten Partei wird dann von Queen Elizabeth II. gefragt, den nächsten Premierminister zu stellen. Nach den aktuellen Umfragen zur UK-Wahl hat Boris Johnson gute Chancen, eine breite Mehrheit der Stimmen an sich zu reißen.

    Rubriklistenbild: © dpa / Augstein, Thanassis

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