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Marcus Mäckler.

Kommentar

Erhöhte Mehrwertsteuer auf Fleisch: Einsicht, bitte!

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Bisher wird auf Tierprodukte wie Milch und Fleisch eine ermäßigte Mehrwertssteuer erhoben. Das Bundesumweltamt will das ändern. Ein Kommentar.

Der Deutsche lässt sich sein Fleisch nicht nehmen. 60 Kilo verdrückt er im Schnitt pro Jahr und verbittet sich im Übrigen jede Einmischung in sein Essverhalten. Deshalb lässt die Politik die Finger von Ernährungsdiktaten. Das Gelände ist zu vermint, der Schweinsbraten zu heilig. Die Präsidentin des Bundesumweltamtes, Maria Kreutzberger, bekommt das gerade zu spüren.

Sicher, deren Vorschlag, die Mehrwertsteuer auf tierische Produkte wie Fleisch aus Klimaschutzgründen von sieben auf 19 Prozent zu erhöhen, ist (sozial-)politisch nicht besonders klug. Denn die Teuerung träfe vor allem jene Konsumenten, die nur schwer über die Runden kommen. 20 Euro weniger im Monat ist für viele Menschen ein Batzen Geld. Den Vorschlag umzusetzen hieße, die Schwachen weiter zu schwächen.

Einen schlechten Vorschlag schlecht zu nennen, ist das eine. Das entbindet aber weder Konsumenten noch Politik von der Einsicht, dass Fleischherstellung das Klima in bedenklicher Weise schädigt! Politisch mag es nachvollziehbar sein, dass sich viele Akteure, auch Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD), von Kreutzbergers Vorschlag distanziert haben. Mittelfristig wäre aber ein Gegenvorschlag nett, Frau Ministerin.

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