Schüler soll den Pausenhof meiden

Erschreckender Fall von Antisemitismus an Berliner Schule

Die Reihe antisemitischer Vorfälle in Deutschland reißt nicht ab. Nun ist eine erschreckende Episode in einer Berliner Schule bekanntgeworden.

Berlin - An einer Berliner Schule ist ein neuer Fall von Antisemitismus bekanntgeworden. An der Ernst-Reuter-Schule in Wedding soll ein jüdischer Gymnasiast bei einer Diskussion über den Nahostkonflikt von Mitschülern antisemitisch beleidigt worden sein. „Mit Betroffenheit und in klarer Ablehnung müssen wir mitteilen, dass es in der letzten Woche in unserer Schule zu einem antisemitischen Vorfall gekommen ist, bei dem ein Schüler unserer Schule Diskriminierungen erleben musste“, teilte der Schulleiter bereits am Mittwoch auf der Schul-Website mit.

Junge muss zu seiner eigenen Sicherheit nicht mehr auf den Pausenhof

Wie die Jüdische Allgemeine berichtet, soll der 18-Jährige bei der Diskussion in der Schulmensa mit Sätzen wie „Ihr seid Kindermörder“, „Euch sollte man die Köpfe abschneiden“ und „Wallah, Hitler war gut!“ attackiert worden sein. Laut der Zeitung, die den Namen der Schule nicht nennt, hatte sich der Junge an die Schulleitung gewandt und muss in den Pausen nicht mehr auf den Hof - zu seiner Sicherheit. Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) erklärte, sie erwarte eine transparente Aufklärung des Falls.

Der neue Fall erinnert an die Vorkommnisse an einer Schule in Berlin-Friedenau. Dort war im April ein 14-jähriger Schüler gemobbt worden, weil er Jude ist. Die Eltern warfen der Schulleitung vor, zu spät auf Beleidigungen und Angriffe türkisch- und arabischstämmiger Schüler reagiert zu haben. Sie nahmen ihren Sohn von der Schule. Bereits am Mittwoch war ein weiterer Fall von Judenhass in Berlin-Schöneberg bekannt geworden. Ein Passant hatte den Besitzer eines israelischen Restaurants antisemitisch beschimpft.

Bundesjustizminister Heiko Maas hatte Mitte Dezember angesichts von antisemitischen Kundgebungen in Berlin betont: "Wir bekämpfen den braunen Antisemitismus der Neonazis, und wir werden auch keinen importierten Antisemitismus von Zuwanderern dulden."

dpa/fn

Rubriklistenbild: © dpa

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