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Syrien: Flugabwehrraketen über Damaskus

Weltweit Aufrufe zur Zurückhaltung

Eskalationsspirale zwischen Israel und Iran löst große Besorgnis aus

Nach den Angriffen Israels auf iranische Stellungen in Syrien wächst weltweit die Sorge vor einer Eskalation des Konflikts. Auch Moskau ruft die Parteien zum Dialog auf.

Teheran/Jerusalem - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Donnerstag, im Nahen Osten gehe es derzeit "wahrlich um Krieg und Frieden". Auch Frankreich, Großbritannien und Russland warnten vor einer Spirale der Gewalt. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu rechtfertigte sein Vorgehen mit dem Überschreiten einer "roten Linie" durch Teheran.

Die israelische Armee hatte in der Nacht ihre bislang größte Militäroffensive auf mutmaßliche iranische Ziele in Syrien gestartet. Nach israelischen Angaben reagierte das Militär damit auf Angriffe der iranischen Al-Kuds-Brigaden, die von Syrien aus rund 20 Raketen vom Typ Fadschr und Grad gegen israelische Stellungen auf den Golanhöhen abgefeuert hätten. Opfer gab es auf israelischer Seite nicht.

Netanjahu zeigt sich entschlossen

"Unsere Reaktion war die Konsequenz", sagte Netanjahu in einem im Online-Dienst Twitter veröffentlichten Video. "Unsere Politik ist klar. Wir werden dem Iran nicht erlauben, sich militärisch in Syrien zu etablieren."

Der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman erklärte, die Armee habe in Syrien "nahezu die gesamte iranische Infrastruktur" beschossen und fügte mit Blick auf Teheran hinzu: "Wenn der Regen auf uns fällt, wird der Sturm über sie kommen." Er hoffe, dass die "Episode" nun vorbei sei und "jeder verstanden" habe. Israel wünsche keine Eskalation.

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Nach Angaben der israelischen Armee galten ihre Angriffe Abschussorten iranischer Raketen, Geheimdienst- und Logistikeinrichtungen sowie Lagerstätten und Fahrzeugen. Es handelte sich demnach um einen der größten israelischen Militäreinsätze der vergangenen Jahre und den größten gegen iranische Ziele überhaupt. Aktivisten zufolge wurden durch die Angriffe in Syrien 23 Menschen getötet.

Syrische Staatsmedien berichteten, die syrische Armee habe "dutzende" Raketen aus Israel abgefangen, darunter solche, die auf den Flughafen von Damaskus abgezielt hätten. Ein Radar, mehrere Militärstützpunkte sowie ein Waffenlager seien jedoch getroffen worden.

Journalist in Damaskus berichtet von schweren Explosionen

Laut der in Syrien an der Seite der Regierungstruppen kämpfenden russischen Armee feuerte das israelische Militär rund 70 Raketen ab, davon etwa 60 aus 28 Kampfflugzeugen vom Typ F-15 und F-16. Ein AFP-Journalist in Damaskus berichtete in der Nacht von schweren Explosionen sowie massiven Flugbewegungen über der Hauptstadt.

Merkel äußerte sich beunruhigt über die jüngste Entwicklung. "Die Eskalationen der vergangenen Stunden zeigen uns, dass es wahrlich um Krieg und Frieden geht", sagte sie in ihrer Rede zur Verleihung des Aachener Karlspreises an den französischen Präsidenten Emmanuel Macron. In einer Erklärung riefen Merkel und Macron "zu Besonnenheit und Deeskalation" auf.

Bei einem Telefonat mit dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani verurteilte Merkel die "iranischen Angriffe auf israelische Militärstellungen auf den Golanhöhen". Die Bundeskanzlerin habe Teheran aufgefordert, "zur Deeskalation in der Region beizutragen", erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes erklärte, die mutmaßlichen iranischen Raketenangriffe seien eine "schwere Provokation, die wir auf das Schärfste verurteilen". Israel habe "ein Recht auf Selbstverteidigung". Es sei "entscheidend", dass es jetzt nicht zu einer "weiteren Eskalation" komme.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow rief während des Besuchs seines deutschen Kollegen Heiko Maas (SPD) in Moskau zum Dialog zwischen Israel und dem Iran auf. Russland habe Israel aufgefordert, nichts zu unternehmen, was "als Provokation angesehen" werden könne. Dies sei einen Tag vor den Angriffen geschehen.

Das Weiße Haus verurteilte unterdessen die "provozierenden Raketenangriffe des iranischen Regimes gegen israelische Bürger von Syrien aus". Zugleich erklärte es seine Unterstützung für Israels Recht auf Selbstverteidigung.

Der britische Außenminister Boris Johnson rief den Iran und Israel auf, "jegliche Eskalation zu vermeiden". Zugleich verurteilte er "in aller Schärfe die iranischen Angriffe".

AFP

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