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Esken will SPD-Vorsitzende bleiben - bahnt sich neue Doppelspitze an?

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SPD-Parteichefin Saskia Esken auf dem Landesparteitag der SPD Baden-Württemberg in Freiburg.
Die SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken will den Sozialdemokraten auch in Zukunft vorstehen. © Philipp von Ditfurth/dpa

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken will nach dem Rücktritt ihres Co-Vorsitzenden für eine weitere Amtszeit kandidieren. Das berichteten mehrere Medien am Donnerstag.

Berlin – Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken wird sich nach Medienberichten um eine weitere Amtszeit als Parteichefin bewerben. Zunächst hatten die "Süddeutsche Zeitung" und der "Spiegel" am Donnerstag unter Verweis auf nicht näher bezeichnete eigene Informationen gemeldet, dass Esken in diese Richtung tendiere. Die 60-Jährige sagte kurz darauf der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Donnerstag), sie habe „entschieden, meine Bewerbung für das höchste Parteiamt zu erneuern“.

„Ich sehe meine Aufgabe darin, die SPD zu modernisieren, ihre historisch gewachsenen Werte zu stärken und daraus mit den Mitgliedern und im Austausch mit der Gesellschaft sozialdemokratische Ideen und Positionen zu entwickeln“, sagte Esken den Zeitungen weiter. Sie habe hier gemeinsam mit Walter-Borjans in den vergangenen beiden Jahren viel erreicht. „Die SPD ist geeint, erfolgreich und stark wie seit Jahren nicht mehr. Diesen Weg möchte ich gerne fortsetzen.“

SPD: Esken will Parteivorsitzende bleiben - Personalvorschlag für Montag erwartet

Der SPD-Vorstand will nach der Rückzugsankündigung von Ko-Parteichef Norbert Walter-Borjans am Montag einen Personalvorschlag für das neue Spitzenduo* präsentieren. Esken hatte vor der Bundestagswahl bereits Interesse an einer weiteren Amtszeit als Parteivorsitzende erkennen lassen. Nach dem Verzicht ihres bisherigen Duo-Partners Walter-Borjans ließ sie aber bislang offen, ob es dabei bleibt. Alternativ wurde auch über ein mögliches Ministeramt für Esken in der von der SPD mit Grünen und FDP angestrebten Ampel-Koalition spekuliert.

Von Seiten der SPD war auch deutlich gemacht worden, dass es bei der derzeitigen Trennung von Regierung und Parteispitze bleiben soll - ebenso wie bei der Doppelspitze aus einer Frau und einem Mann. Als neuer Ko-Parteichef dürfte der derzeitige Generalsekretär Lars Klingbeil antreten. Allerdings hat auch er sich noch nicht offiziell zu einer Kandidatur geäußert.

SPD: Klingbeil neuer Parteivorsitzender? Heil findet nur lobende Worte

"Lars Klingbeil wäre ausgezeichnete Wahl als Parteivorsitzender", sagte der bisherige Bundesarbeitsminister und Parteivize Hubertus Heil der "Rheinischen Post". Er äußerte sich zuversichtlich, "dass es uns erneut gelingen wird, die Parteispitze als schlagkräftiges Team aufzustellen, das Kompetenzen bündelt, um dem Anspruch der SPD als Volkspartei gerecht zu werden".

Zu seinen eigenen Ambitionen sagte Heil: "Ich werde erneut als stellvertretender Parteivorsitzender der SPD kandidieren und bin dankbar, dass mein Bezirk mich dafür nominiert hat." Die neue Parteispitze soll auf einem Parteitag vom 10. bis 12. Dezember in Berlin gewählt werden.

Nach Rückttrittsankündigung: Walter-Borjans spricht sich für aktuellen Kurs der SPD aus

Walter-Borjans rief die SPD auf, auch unter einer neuen Führung an ihrem derzeitigen Kurs und am zuletzt praktizierten Umgang* miteinander festzuhalten. "Wir müssen unsere eigene Erfolgsgeschichte ernst nehmen. Die hat nicht nur mit einem Kandidaten und zwei Vorsitzenden zu tun, sondern mit der Bereitschaft, dass jeder sich auch mal zurücknimmt", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Der scheidende SPD-Chef verwies auf eine neue "viel offenere und respektvollere" Debattenkultur in der Partei und betonte: "Alphatier-Gehabe ist ein Auslaufmodell. Das sollte auch so bleiben." Mit Blick auf Klingbeil und Esken sagte er: "Die Zusammenarbeit von Saskia Esken und mir mit Lars Klingbeil ist eng und gut."

Walter-Borjans hat seinen Rückzug unter anderem mit dem Ziel eines Generationswechsels begründet. Er ist 69 Jahre alt, Esken 60 Jahre und Klingbeil 43 Jahre. Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat deutlich gemacht, dass er den Parteivorsitz nicht anstrebt. (AFP/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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