+
Estlands Staatspräsident Toomas Hendrik Ilves besucht Deutschland. Foto: Valda Kalnina/Archiv

Estnischer Präsident: Nachkriegs-Friedensordnung aufgehoben

Riga (dpa) - Der estnische Präsident Toomas Hendrik Ilves sieht durch den Konflikt in der Ukraine die Friedensordnung der Nachkriegszeit aufgehoben. "Die Regeln wurden verletzt", sagte er vor seinem Staatsbesuch in Deutschland der dpa.

Seit dem Friedensabkommen von Minsk habe es keine Verbesserung gegeben. "Es gibt täglich Schüsse und Feuergefechte."

Ein "business as usual" in den Beziehungen zu Russland lehnt Ilves ab. "Ich bin sehr beunruhigt über die Länder, die den Status quo akzeptieren wollen, und so im Grunde sagen, dass Geld zu scheffeln wichtiger ist als unsere Sicherheitsarchitektur", sagte er. "Ich denke, das ist sehr kurzsichtig, denn wer ist dann der Nächste?"

Ilves hält Waffenlieferungen an die Ukraine, die ausschließlich Verteidigungszwecken dienen, für eine Lösung. Dass dies eine weitere Eskalation der Gewalt in der Ukraine auslösen könnte, glaubt er nicht: "Wenn man sich nicht verteidigt, wenn man nicht selbst verteidigen kann, ist das Ergebnis letztlich klar - und das ist, dass eine unabhängige Nation ihre Unabhängigkeit oder einen Teil ihres Territoriums durch Aggression verloren hat. Ein Land wurde überfallen und wir sagen dann: "Wir können ihnen nicht helfen.""

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

US-Presse sagt Donald Trump den Kampf an
Washington - Der Ton wird schärfer in Washington. Nachdem sich Donald Trump immer wieder gegen Journalisten auflehnt, kommt jetzt der Konter - direkt aus dem Weißen Haus.
US-Presse sagt Donald Trump den Kampf an
Ehemaliger US-Präsident George H.W. Bush auf Intensivstation
Houston - Sorge um den früheren Präsidenten Bush: Der 92-Jährige liegt auf der Intensivstation. Auch seine Frau Barbara wurde ins Krankenhaus gebracht.
Ehemaliger US-Präsident George H.W. Bush auf Intensivstation
Juncker: Wir werden mit Trump zurechtkommen
Berlin - EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat sich zurückhaltend zur Zusammenarbeit mit dem gewählten US-Präsidenten Donald Trump geäußert.
Juncker: Wir werden mit Trump zurechtkommen
Streit um Holocaust-Gedenken in der AfD
Dresden - Der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke hat mit massiver Kritik am Holocaust-Gedenken der Deutschen Empörung ausgelöst - auch innerhalb der eigenen Partei.
Streit um Holocaust-Gedenken in der AfD

Kommentare