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Hier kommentiert Georg Anastasiadis.

Es wird einsam um die Kanzlerin

Kommentar vor EU-Gipfel: Aus für Merkels Asylpolitik

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Beim EU-Flüchtlingsgipfel wird es einsam sein wie nie zuvor um einen deutschen Bundeskanzler. Angela Merkel hat mit ihrer Asylpolitik das Erbe der großen europäischen Versöhner verspielt. Ein Kommentar. 

Jetzt also gibt auch Frankreich Merkels Plan, Flüchtlinge in Kontingenten auf ganz Europa zu verteilen, den Todeskuss. So wie zuvor die Länder Osteuropas, die ihr Nein heute auf einem eigenen Gipfel zementieren wollen. So wie Skandinavien, das seine Grenzen dicht gemacht hat. So wie Österreich, das Mazedonien beim Zaunbau helfen und bewaffnete Grenzschützer schicken will. In der Flüchtlingskrise kämpft die Kanzlerin gegen Windmühlen. Das liegt daran, dass sie – wie ihr literarisches Vorbild Don Quichotte – der Realität weit entrückt ist: Angela Merkel glaubt noch immer, wie in der Eurokrise die Führerin Europas zu sein. Doch das ist sie nicht mehr. Hat ihr treuer Knappe Peter Altmaier ihr das nicht gesagt? Hat er ihr verschwiegen, dass 27 andere EU-Länder überein gekommen sind, dass Europas Schicksal nicht mehr in Berlin diktiert wird?

In Paris, London und Warschau fürchtet man zu Recht, dass sich der deutsch-türkische Plan, die Ägäis-Seegrenze abzuriegeln und im Gegenzug Ankara große Flüchtlings-Kontingente abzunehmen, als trojanisches Pferd erweist – weil sich Teil I des Planes nicht umsetzen lässt und Teil II einen weiteren Magnetismus auslöst, der neue Fluchtwellen aus der muslimischen Welt nach Europa in Gang setzt.

Deutschland muss es jetzt alleine schaffen

Merkel hat das Erbe der großen europäischen Versöhner Brandt, Schmidt und Kohl verspielt: Beim EU-Flüchtlingsgipfel Ende der Woche wird es einsam wie nie zuvor um einen deutschen Bundeskanzler. Deutschland muss es jetzt alleine schaffen. Nur wie? Das hat die bedrängte Kanzlerin ihrem Volk spätestens nächsten Montag zu erklären. Schon stimmt die SPD die Bürger auf scharfe Kontrollen an den Binnengrenzen ein. Die CSU könnte triumphieren – wenn sie sich mit der total missglückten Reise des Hobby-Außenministers Seehofer zu Putin nicht selbst in die Defensive manövriert hätte. Bayerns Klage gegen Merkels Asylkurs ist erst mal auf Eis gelegt. Dafür wünscht ein kleinlauter Seehofer der Kanzlerin nun mit „heißem Herzen“ Erfolg.

Lesen Sie auch: Merkel vor EU-Gipfel: Das sind ihre Gegner und Unterstützer.

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