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EU-Parlament für Verbot neuer Autos mit Verbrenner ab 2035

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Von: Christoph Gschoßmann

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Auspuff
Der Auspuff eines Autos mit Verbrennungsmotor: Ab 2035 dürfen wohl keine Neuwagen dieser Art in der EU verkauft werden. © picture alliance / dpa/Symbolbild

Autos mit Vebrennungsmotoren könnten bald der Vergangenheit angehören. Das EU-Parlament hat für ein entsprechendes Verbot für Neuwagen ab 2035 gestimmt.

Straßburg / München - Der Verbrenner gehört wohl bald zum alten Eisen: Im Kampf für mehr Klimaschutz will das Parlament der Europäischen Union (EU) den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2035 verbieten. Eine Mehrheit der EU-Abgeordneten stimmte am Mittwoch in Straßburg dafür, dass Hersteller ab Mitte des nächsten Jahrzehnts nur noch Autos und Transporter auf den Markt bringen dürfen, die keine klimaschädlichen Treibhausgase ausstoßen.

Bevor eine solche Regelung in Kraft treten kann, muss das Parlament noch mit den EU-Staaten darüber verhandeln. Die EU-Staaten wollen ihre Position Ende des Monats zu dem Verbot für den Verkauf von Benzin- und Dieselautos festlegen. Dann müssen die beiden EU-Institutionen noch einen Kompromiss finden, damit es in Kraft treten kann.

Verbot von Verbrenner-Neuwagenautos ab 2035: Ziel ist eine Umstellung auf Elektromobilität

Nach geltenden EU-Vorgaben darf die Neuwagenflotte eines Konzerns seit 2020 im Schnitt noch 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Die Abgeordneten sprachen sich nun dafür aus, ab 2035 nur noch Neuwagen zuzulassen, die gar keine Treibhausgase ausstoßen. Ziel ist eine starke Umstellung auf Elektromobilität.

Auch Deutschland hat sich schon zum Ausstiegsdatum 2035 bekannt. Im Namen der Bundesregierung hatte Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) im März in Brüssel gesagt, man stehe hinter dem Ziel, bis 2035 mit Verbrennungsmotoren bei Autos und Transportern abzuschließen. Auch mehrere große Auto-Hersteller, darunter Mercedes und Ford, hatten im November auf der Weltklimakonferenz in Glasgow einen Verkaufsstopp für Verbrenner in den führenden Märkten ab 2035 gefordert.

Verbrenner-Verbot: „Damit haben wir uns für die Zukunft des Automobilstandort Europa entschieden“

Der Grünen-Abgeordnete Michael Bloss sagte nach der Abstimmung am Mittwoch (8. Juni): „Damit haben wir uns für die Zukunft des Automobilstandort Europa entschieden.“ Künftig würden die besten Elektroautos und neuesten Batterien aus Europa kommen.

Die Abgeordneten sprachen sich auch dafür aus, dass keine klimafreundlichen synthetischen Kraftstoffe angerechnet werden können. Mit diesen könnte ein klassischer Verbrenner klimaneutral betrieben werden. Kritiker befürchten jedoch, dass es davon schon zu wenig für Luft- und Schifffahrt gibt, die weniger leicht als Autos oder Transporter elektrisch betrieben werden können.

Verbrenner-Verbot ab 2035: Kritik von der CDU

Die CDU kritisierte den Schritt. „Grüne, Liberale und Sozialdemokraten setzen leider lieber alles auf die Karte Elektromobilität“, sagte der CDU-Europaabgeordnete Jens Gieseke. Er fürchtet nach eigenen Worten um die Wettbewerbsfähigkeit Europas und zahlreiche Arbeitsplätze. Er räumte aber ein: „Das Verbrennerverbot 2035 wird wohl nicht mehr zu verhindern sein.“

Abgeordnete der konservativen EVP-Fraktion wollten mit Änderungsanträgen erreichen, die Flottengrenzwerte für Privat-Pkw und kleine Nutzfahrzeuge bis 2035 nur um 90 Prozent zu senken. Dies wurde jedoch vom Plenum abgelehnt. Die Grünen im EU-Parlament hätten gerne ein Zwischenziel von einer Reduzierung um 40 Prozent bis 2027 eingefügt.

Der Gesetzesentwurf ist Teil des EU-Klimapakets „Fit for 55“, das darauf abzielt, klimaschädliche Emissionen bis 2030 um 55 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken und bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Dies soll nun auch mit dem Verbrenner-Verbot erreicht werden. (cg mit dpa und afp)

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