+
Martin Schulz: "Die epochale Herausforderung der Flüchtlingskrise können wir nur meistern, wenn wir als Europäer solidarisch zusammenhalten". Foto: Hannibal

EU-Parlamentspräsident warnt vor Spaltung Europas

Berlin (dpa) - EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat angesichts der Terroranschläge von Paris vor einer Spaltung Europas und einer Instrumentalisierung der Attentate in der Flüchtlingspolitik gewarnt.

Die Attentate seien ein "Anschlag auf uns alle", sagte Schulz in Berlin beim Wirtschaftsgipfel der "Süddeutschen Zeitung". "Deshalb dürfen wir Europäer uns in der Zeit der Trauer nicht spalten lassen."

Die humanitären Grundlagen in der Flüchtlingspolitik dürften durch die Anschläge nicht infrage gestellt werden. "Diejenigen, die jetzt fordern, dass nach Paris die Flüchtlingspolitik geändert werden muss ..., die betreiben eine beschämende Instrumentalisierung", sagte Schulz. Würden jetzt syrische Flüchtlinge unter Generalverdacht gestellt, dann habe die Terrormiliz IS Europa ihre Kategorien eines Krieges aufgezwungen.

"Die epochale Herausforderung der Flüchtlingskrise können wir nur meistern, wenn wir als Europäer solidarisch zusammenhalten", mahnte der Sozialdemokrat. Es gehe nicht, Ja zu Strukturhilfen der EU zu sagen und Nein zu Quoten bei der Verteilung der Flüchtlinge. "Wenn jeder nur auf seine nationalen Vorteile pocht ..., dann kommen am Ende Ergebnisse heraus, die keinem nutzen." Gerade 160 von geplanten 160 000 Flüchtlingen seien bisher in Europa umverteilt worden. 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Türkei verweigert deutschem Wahlbeobachter die Einreise
Der Linken-Abgeordnete Hunko war schon beim Referendum in der Türkei Wahlbeobachter. Anschließend geriet er in die Kritik der Regierung. Nun wollte er für die OSZE …
Türkei verweigert deutschem Wahlbeobachter die Einreise
Telekom Tochter will in Deutschland 6000 Stellen streichen
Die Telekom-Tochter T-Systems, die sich um Großkunden kümmert, will bis 2021 rund 6000 Arbeitsplätze in Deutschland streichen.
Telekom Tochter will in Deutschland 6000 Stellen streichen
„Blind und töricht“: CSU-Mann Waigel warnt vor Trennung der Unionsparteien
Theo Waigel ist Ehrenvorsitzender der CSU. In seinem Gastbeitrag für den Münchner Merkur warnt er vor einer Trennung der Schwesternparteien CDU und CSU.
„Blind und töricht“: CSU-Mann Waigel warnt vor Trennung der Unionsparteien
CDU-Arbeitnehmerflügel droht CSU mit Bayern-CDU
Angesichts der anhaltenden unionsinternen Streitereien hat der CDU-Arbeitnehmerflügel der CSU mit Gründung einer Bayern-CDU gedroht.
CDU-Arbeitnehmerflügel droht CSU mit Bayern-CDU

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.