Urteil des Europäischen Gerichtshofs

Neue Gentechnik-Verfahren unterliegen Auflagen nach EU-Recht

Der Europäische Gerichtshof hat ein Urteil zu neuen Gentechnik-Verfahren gefällt. Darunter fällt auch die sogenannte Genschere.

Brüssel - Neue Gentechnik-Verfahren wie die sogenannte Genschere unterliegen grundsätzlich Auflagen nach der Gentechnik-Richtlinie der Europäischen Union. Das entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg in einem am Mittwoch verkündeten Urteil. Die mit dem Einsatz solcher Verfahren verbundenen Risiken seien "vergleichbar" mit denen älterer Verfahren, die bereits unter strengen Auflagen stehen, begründete das Gericht seine Entscheidung. (Az. C-528/16)

Konkret geht es um Verfahren, mit denen Biologen Teile des Erbgutes löschen und ersetzen können. Die Methode gilt als relativ zielgenau und kann nach Angaben von Forschern die Züchtung von Pflanzen und Tieren mit bestimmten erwünschten Eigenschaften deutlich beschleunigen. Gegner warnen davor, dass die Methode noch nicht ausreichend erforscht sei.

Nach dem Urteil der Luxemburger Richter müssen Züchter, die die Genschere verwenden, künftig grundsätzlich prüfen, ob ihre Produkte eine Gefahr für die Gesundheit oder die Umwelt darstellen könnten. Zudem ist eine spezielle Kennzeichnung vorgeschrieben, die die Produkte rückverfolgbar macht.

Lesen Sie auch: Grundwasser in Gefahr? Umwelthilfe verklagt Bundesregierung

afp

Rubriklistenbild: © dpa / Gregor Fischer

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