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Eine Euro Hawk Drohne.

Drei Ersatzdrohnen

"Euro Hawk"-Ersatz kostet über halbe Milliarde Euro

Berlin - Der Ersatz für die gescheiterte Aufklärungsdrohne "Euro Hawk" kommt die Bundeswehr teuer zu stehen. Der Kauf von drei Ersatzdrohnen in den USA werde rund 590 Millionen Euro kosten.

So heißt heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion, die AFP in Berlin vorlag. Der Grünen-Wehrexperte Tobias Lindner warf der Regierung vor, die Öffentlichkeit nur "scheibchenweise" über die Kosten zu informieren. Für die 590 Millionen Euro will die Bundeswehr drei amerikanische Triton-Drohnen anschaffen und die nötigen Bodeninstallationen aufbauen, wie aus der Antwort hervorgeht.

Die US-Flugkörper sollen die ursprünglich geplante Drohne "Euro Hawk" ersetzen. Deren Entwicklung war vor zwei Jahren vom Verteidigungsministerium gestoppt worden, weil eine Zulassung für den deutschen Luftraum fehlte und die Kosten aus dem Ruder liefen. Stattdessen will die Bundeswehr nun die ursprünglich für "Euro Hawk" entwickelte Aufklärungstechnik Isis auf die Triton montieren. Dafür seien Entwicklungskosten von 255 Millionen Euro zu veranschlagen, hieß es nun in der Antwort der Bundesregierung an die Grünen, über die zuerst "Spiegel Online" berichtet hatte.. Lindner rechnet für das Aufklärungsprojekt nun mit Gesamtkosten von mindestens 1,6 Milliarden Euro, wenn die Ausgaben für die gescheiterte Entwicklung von "Euro Hawk" hinzugerechnet würden.

Probleme über Probleme

"Ich bezweifle, dass das wirklich die wirtschaftlichste Alternative ist", kritisierte er. Probleme gibt es offenbar auch mit der US-Drohne "Global Hawk", die Deutschland gemeinsam mit weiteren Nato-Staaten anschaffen will. Im Rahmen des Nato-Programms AGS ("Alliance Ground Surveillance") zur Bodenüberwachung wollen die Nato-Länder eigene Aufklärungskapazitäten aufbauen.

Bei der Zulassung der Drohne durch die italienischen Behörden gebe es "derzeit einen Verzug von mehreren Monaten", heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion. Der Erstflug sei "nach derzeitigem Sachstand" erst im Frühjahr 2016 möglich. Das Nato-Programm AGS sei "ein weiteres Programm zur Fürsorge für die Rüstungsindustrie", kritisierte der Linken-Abgeordnete Andrej Hunko. Angesichts der Probleme und der wachsenden Kosten müsse "die Bundesregierung die Reißleine ziehen", forderte der Oppositionsabgeordnete.

AFP

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