Torsten Heinrich: Spitzenkandidat der AfD Bayern

Querelen bei der AfD Bayern

Euro-Kritiker küren Spitzenkandidaten

München – Überschattet von Querelen hat der bayerische Ableger der „Alternative für Deutschland“ (AfD) ihren Spitzenkandidaten für die Europawahl am 25. Mai gekürt.

Der 31-jährige Würzburger Jungunternehmer Torsten Heinrich soll die eurokritische Partei in den Europawahlkampf führen. Heinrich ist Unternehmer für Online-Marketing und Bruder des Bürgermeisters von Freyung, der der CSU angehört. Torsten Heinrich ist außerdem AfD-Bezirksvorsitzender in Unterfranken und Bundeschef der AfD-Jugend.

Heinrich wird von der bayerischen AfD nun ins Rennen um einen der vorderen Plätze für die AfD-Bundesliste zur Europawahl geschickt. Die Bundesliste soll am 25. Januar in Aschaffenburg aufgestellt werden.

Gegen Heinrich hatte bei der Nominierung vergangenen Sonntag unter anderem auch die AfD-Bundespressesprecherin Dagmar Metzger kandidiert – sie unterlag. Nach Informationen unserer Zeitung erwägt Metzger, nun die AfD zu verlassen. Sie hält Heinrich nationalistische Parolen vor. Heinrich dementiert dies. Der bayerische AfD-Chef Andre Wächter kann sich die Vorwürfe nicht erklären. „Da ist nichts dran“, sagte Wächter. Er rechnet damit, dass die AfD bei der Europawahl in etwa das Ergebnis der Bundestagswahl (4,7 Prozent) erreichen könnte. Dann könnten der Partei bundesweit vier bis fünf Sitze zufallen, da nur eine Drei-Prozent-Hürde gilt. Als gesetzt gelten der frühere Chef des Bundesverbands Deutsche Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, sowie AfD-Bundeschef Bernd Lucke.

Neben der Personaldiskussion läuft auch die Programmdebatte weiter. Gestern tagte eine Kommission, die das Europawahlprogramm der AfD in seine endgültige Form gießen will. 1000 Mitglieder in Bayern haben online Kommentare beigesteuert. Unter anderem ist noch unklar, wie scharf sich die AfD zur Zuwanderungsdebatte positionieren wird. Zum Bezug von Sozialleistungen durch Ausländer gibt es drei verschieden scharf formulierte, insgesamt aber ablehnende Positionen. Zum strittigen Freihandelsabkommen zwischen Europa und USA gibt es eine Pro- und eine Contra-Position. Kompromisslos abgelehnt werden eine Aufnahme der Türkei in die EU sowie Eurobonds.

dw

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