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Europol.

Wie in Würzburg

Europol: Angriffe von "Einsamen Wölfen" sind wachsende Bedrohung in Europa

München - Der Axt-Angriff von Würzburg und das Lastwagen-Attentat von Nizza stehen nach Einschätzung der europäischen Polizeibehörde Europol für eine wachsende Bedrohung in Europa durch "Einsame Wölfe".

Solche Einzeltäter seien im Vorfeld schwer ausfindig zu machen und zu stoppen, erklärte Europol am Mittwoch in Den Haag. Derartige Angriffe seien aber die "bevorzugte Taktik" der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und des Terrornetzwerks Al-Kaida. 

"Beide Gruppen haben wiederholt in westlichen Staaten lebende Muslime aufgerufen, als Einzeltäter Angriffe in ihren Ländern zu verüben", erklärte Europol. Obwohl sich die Angreifer von Würzburg und anderer Attacken der jüngsten Zeit zum IS bekannten, gebe es keine Beweise für Verbindungen zu der Gruppierung. Europol verwies darauf, dass solche Einzeltäter häufig unter psychischen Problemen litten. 

Der IS hatte sich zu dem Attentat von Nizza bekannt, bei dem am 14. Juli ein 31-jähriger Tunesier mit einem Lastwagen 84 Menschen tötete. Auch zu dem Axt-Angriff eines 17-jährigen Flüchtlings in einem Zug bei Würzburg bekannte sich der IS. 

Würzburger Attentäter wohl ein Einzeltäter

Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen aber davon aus, dass es sich um einen Einzeltäter handelte und dass die Tat nicht vom IS angeordnet wurde. Der Nizza-Attentäter schaute sich den Ermittlern zufolge Propagandamaterial von Dschihadisten an, es gibt aber auch bei ihm bislang keine Hinweise auf Kontakte zu entsprechenden Gruppierungen. 

Laut dem am Mittwoch von Europol veröffentlichten Jahresbericht 2015 wurden im vergangenen Jahr in den 28 EU-Staaten insgesamt 151 Menschen bei Anschlägen getötet und mehr als 350 weitere verletzt. Die EU habe 2015 einen "deutlichen Anstieg von Opfern durch Terroranschläge" erlebt, sagte Europol-Chef Rob Wainwright. "Die sorgfältig geplanten Anschläge zeigen die verstärkte Bedrohung der EU durch eine fanatische Minderheit."

Die im Nahen Osten ansässigen Extremisten würden "ergänzt durch ein Netzwerk aus Menschen, die in der EU geboren und aufgewachsen sind", sagte Wainwright. Oftmals radikalisierten sich diese Menschen binnen kürzester Zeit und seien bereit, den Terrorismus aktiv zu unterstützen. 

Wie Europol weiter berichtete, reisen immer mehr ausländische Frauen nach Syrien und in den Irak, um sich Extremisten anzuschließen. In der EU ansässige Sympathisantinnen seien recht erfolgreich beim Rekrutieren neuer Unterstützer. In den IS-Gebieten seien die Frauen nicht aktiv am Kampf des IS beteiligt, aber sie würden an Waffen ausgebildet und ihre Rolle könne sich noch ändern, warnte Europol.

AFP

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