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Starkes Ergebnis: Ma nfred Weber wurde im Amt bestätigt.

CSU-Mann Weber in Brüssel erfolgreich

EVP-Fraktionschef: Mahnende Worte nach der Wiederwahl

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Brüssel - Eigentlich hat Manfred Weber viel zu gute Laune für so ernste Mahnungen. Er hat über 97,8 Prozent zur Wiederwahl bekommen. Und bekommt Lob vom CDU-Europaabgeordneten.

Manfred Weber also könnte an diesem Morgen ziemlich zufrieden sein, als er vor dem Saal seiner Fraktion auf den Fluren des Europäischen Parlamentes steht. Stattdessen rügt er die Briten nach dem Brexit („Das Chaos in London wird jeden Tag größer“) und die Türkei nach dem gescheiterten Putsch („Das Verhalten der Türken ist nicht akzeptabel“). Und kommt zu der düsteren Prognose: „Die kommenden zwölf Monate werden für die Zukunft der Europäischen Union als Ganzes entscheidend sein.“

Mit der Wahl gestern ist zumindest klar: Der 44-jährige Niederbayer wird bei den Entscheidungen im nächsten Jahr eine entscheidende Rolle spielen. Die EVP ist die größte Fraktion im Parlament, eng verbunden mit Kommissionschef Jean-Claude Juncker und Ratspräsident Donald Tusk. Eine der ersten schwierigen Aufgaben dürfte aber die heikle Suche nach einem Kandidaten für das Amt des Parlamentspräsidenten werden.

Bald an der Spitze des Europaparlaments?

Mit Martin Schulz hatte Weber eigentlich vertraglich fixiert, dass das wichtigste Amt im Parlament am 17. Januar von den Sozialdemokraten zu den Konservativen wechselt. Doch Schulz ist nicht gewillt, seinen Platz zu räumen. Seit Monaten zieht er hinter den Kulissen alle Fäden, um im Amt zu bleiben. Auch über die goldene Brücke ins Außenministerium nach Berlin, das nach der Wahl von Frank-Walter Steinmeier zum Bundespräsidenten frei wird, will Schulz offenbar nicht gehen. Weber selbst hat dazu in den vergangenen Tagen mehrere Gespräche mit Schulz geführt. Bislang ohne Ergebnis.

So könnte es im Januar zu einer Kampfkandidatur kommen. Ein gefährliches Unterfangen: Wenn sich die großen Parteien nicht einigen, könnten im dritten Wahlgang die vielen radikalen Kräfte im Parlament entscheiden, wer dem Hause vorsitzt. Es droht ein schwerer Imageschaden.

Weber muss also einen starken Kandidaten finden. Der Franzose Alain Lamassoure, ein Gentleman von 72 Jahren, gehört kurz vor der eminent wichtigen Präsidentschaftswahl in Frankreich zu den aussichtsreicheren Namen. Ebenso die Irin Mairead McGuinness, die wohl auch für Liberale und Grüne wählbar wäre. Besonders oft wird hinter vorgehaltener Hand aber ein anderer Name genannt: Manfred Weber.

Der schweigt dazu am Mittwoch – und will seine Wiederwahl genießen. Wenigstens ein bisschen.

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