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„Die AfD weist zunehmend nationalsozialistische Strukturen auf“, sagt ein Insider, der die Partei verlassen will.

Austritt aus der Partei

Ex-AfD-Mann packt aus: „AfD weist zunehmend nationalsozialistische Strukturen auf“

Ein ehemaliges Hamburger AfD-Mitglied rechnet mit der Partei ab. Zuerst habe ihm die Partei imponiert, später bereute er seinen Eintritt.

Hamburg - Sven Lohse ist enttäuscht. Zwei Jahre lang ist der 58-Jährige Mitglied der AfD gewesen. Zu Beginn seiner Zeit in der Partei war er begeistert. Das änderte sich rasch. Nun packt der Hamburger aus und sagt: „Die AfD weist zunehmend nationalsozialistische Strukturen auf. Mit einer kleinen Elite, die führt und einer großen, nicht selbstständig denkenden Gefolgschaft.“ Nun will er aus der Partei austreten.

AfD-Mann stellt Lokal zur Verfügung

2017 kam er das erste Mal in Kontakt mit der Partei. Damals suchte die AfD nach einem Veranstaltungsort für Frauke Petry, die heute auch kein Mitglied der Partei mehr ist. Lohse bot sein Lokal „Tivoli“ im schleswig-holsteinischen Aukrug an. Auch Beatrix von Storch und Fraktionschef Alexander Gauland feierten bei ihm. Im Oktober 2017 trat Lohse in die AfD ein. „Es gab sehr faire Leute in der AfD, die mich vor den Auswirkungen einer Zusammenarbeit gewarnt haben. Diese Kameradschaft hat mir imponiert“, sagte er zu seiner Entscheidung, in die Partei einzutreten.

Die AfD-Veranstaltungen sorgten aber für Ärger mit Lohses Kunden, die Gäste blieben dem Lokal fern, berichtete die „Hamburger Morgenpost“. Auch vor Angriffen war das Lokal nicht geschützt, mehrfach war es beschädigt worden. Eingangstüren wurden beschmiert, Pferdemist mit AfD-Wahlplakaten vor der Tür abgeladen und Autoreifen zerstochen. Die versprochene finanzielle Hilfe und Unterstützung der AfD habe es nicht gegeben. Das Lokal musste Lohse schließen.

AfD-Mann Lohse bereut Entscheidung

Lohse bereut seine Entscheidung, in dieAfD eingetreten zu sein. „Die AfD hat stets gegen das Gebaren, das Posten-Geschacher der Altparteien, gewettert. Dabei ist sie selbst keinen Deut besser“, sagte er der Zeitung. Es habe interne Manipulationen gegeben. „Bei Wahlen wurden quasi aus dem Nichts Personen mobilisiert, damit ja das richtige Ergebnis erzielt wird.“ Lohse betont: „Ab 2020 bekommt die AfD keine müde Mark mehr von mir. Ich habe alles für die AfD gegeben – und nichts dafür zurückbekommen.“ 
erb

Beim 10. Bundesparteitag der AfD in Braunschweig wird der neue Parteivorsitz gewählt. Gauland tritt nicht mehr an.

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