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Der frühere Industrie-Präsident Hans-Olaf Henkel zeigt am Dienstag während einer Pressekonferenz in Berlin seinen Mitgliedsausweis für die Partei Alternative für Deutschland (AfD). Der Manager will im Mai auf einem vorderen Listenplatz für die Europawahl antreten.

Europawahl 2014

Ex-"Boss der Bosse" Henkel jetzt bei AfD

Berlin - Neue Karriere mit 73? Hans-Olaf Henkel will mit der AfD in das Europaparlament. Offen wirbt der Ex-BDI-Chef - vormals "Boss von Deutschlands Bossen", um frühere FDP-Wähler.

Mit der Unterstützung liberaler Wähler will der frühere Industriepräsident Hans-Olaf Henkel die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) in das Europaparlament führen. Henkel sagte am Dienstag in Berlin, er wolle ein Signal an gleichgesinnte liberale Wähler senden. „Ich will auch einen Beitrag dazu leisten, dieser Partei ein liberales Profil zu geben“, sagte Henkel (73), der im Mai auf einem vorderen Listenplatz für die Europawahl antreten will. Den ersten Platz auf der Liste will er aber AfD-Chef Bernd Lucke überlassen.

Bei der Wahl des Europaparlaments am 25. Mai gilt eine Drei-Prozent-Hürde. Bei der Bundestagswahl im September war die AfD auf 4,7 Prozent gekommen. Mit einem Ergebnis von über drei Prozent dürfte die Partei mindestens drei Abgeordnete ins Europaparlament schicken. Henkel könnte beim Parteitag der AfD am 25. Januar in Aschaffenburg auf Platz zwei oder drei der Liste gewählt werden.

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Die AfD sei in der Euro-Politik die einzig liberale Partei in Deutschland, betonte Henkel.  Die unverantwortliche Politik aller etablierten Parteien und die Aufgabe liberaler Grundsätze durch die FDP hätten ihn bewogen, in die AfD einzutreten, sagte der ehemalige Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Henkel gab zu, zunächst ein „enthusiastischer Befürworter“ des Euro gewesen zu sein. Diese Einstellung sei aber tief erschüttert worden. Inzwischen gefährde die Einheitswährung die Zukunft Europas.

Henkel wies den Vorwurf zurück, in der AfD machten sich rechtspopulistische Positionen breit. Die Parteiführung bestehe nicht aus politischen Hasardeuren, sondern aus „Ehrenfrauen und Ehrenmännern“, die mit vollem Einsatz gegen rechtsextreme Einflüsse einschritten. „Wenn alle Parteien in den Nachkriegsjahren gegen rechtsextreme Einsteiger so konsequent vorgegangen wären wie es die AfD heute tut, dann hätten sich in den Reihen von CDU/CSU, SPD und FDP nicht so viele ehemalige Mitglieder der NSDAP finden können.“

Für die Grünen äußerte sich Bundesgeschäftsführer Michael Kellner skeptisch über die Erfolgsaussichten Henkel. „Hans-Olaf Henkel irrlichtert durch die Parteienlandschaft. Seine vorherige Unterstützung für FDP und Freie Wähler hat diesen Parteien nichts eingebracht. Daher mache ich mir keine Sorgen, wenn er sich jetzt den Europafeinden von der AfD anschließt.“

dpa

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