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Christian Wulff will wieder mehr in der Öffentlichkeit stehen und politisch aktiv sein.

Zukunftspläne des Ex-Bundespräsidenten

Wulff kündigt Comeback an: "Ich will kein Märtyrer sein"

Hannover - "Ich will weder Opfer noch Märtyrer sein, sondern wieder Akteur und Handelnder werden", sagt Ex-Bundespräsident Christian Wulff in einem Interview. Er habe Zeit gehabt, nachzudenken.

Der frühere Bundespräsident Christian Wulff will wieder eine aktive Rolle in der Öffentlichkeit einnehmen. Er wolle wieder "Akteur und Handelnder werden", sagte Wulff in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Dies geschehe "selbstkritisch und ohne Rachegelüste".

Wulff will sich besonders Zukunftsthemen widmen: "Sie reichen von der ökologischen Tragfähigkeit unserer Erde bei wachsender Weltbevölkerung bis hin zur Frage des Friedens angesichts zunehmender religiös motivierter Konflikte", so der CDU-Politiker. Und: "Es könnte auch der Zeitpunkt kommen, zu dem man auf meine Kenntnisse gerade der arabischen, der muslimischen Welt und meine Kontakte dort zurückgreifen will."

Christian Wulff war im Jahr 2012 unter starkem öffentlichen Druck als Bundespräsident zurückgetreten, nachdem die Staatsanwaltschaft Hannover Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorteilsnahme angekündigt hatte. Vergangenes Jahr wurde er von den Vorwürfen vor Gericht freigesprochen.

"Um manche Erfahrung reicher"

Erst getrennt, jetzt wieder ein Paar: Christian und Bettina Wulff.

Nach seinem Rücktritt hatte sich Wulff von seiner Frau Bettina getrennt. Mittlerweile gab es das Liebes-Comeback. "Ich bin sehr erleichtert, dass meine Frau und ich auf neue Weise, in großer Intensivität wieder zueinandergefunden haben. Dass sich die Dinge wieder zurecht ruckeln und man selber eben nicht einfach nur wieder der alte ist, sondern um manche Erfahrung reicher", so Wulff.

Durch Niederlagen und Krisen werde man stärker, erklärte Wulff weiter. Man hat Zeit, über sich nachzudenken und Schlüsse zu ziehen: "Ich bin sehr gerne Anwalt in Hamburg, ich bin sehr gerne Alt-Bundespräsident in Berlin, ich betreue als Mentor junge Leute. Erstmals in meinem Leben habe ich Zeit für meine Kinder, für die Familie, für Privates."

dpa/mb

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