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Peer Steinbrück sieht in Sigmar Gabriel (r.) den einzig geeigneten Kanzlerkandidaten der SPD.

Ex-Finanzminister sieht keine Alternative

Steinbrück: Gabriel ist bester SPD-Kanzlerkandidat

Berlin - Der 2013 erfolglos gebliebene SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück spricht sich dafür aus, dass die Sozialdemokraten bei der Wahl 2017 mit Parteichef Sigmar Gabriel an der Spitze antreten.

„Unabhängig von seinem Amt als Parteichef ist Gabriel derjenige, der sich aufgrund seiner Fähigkeiten am besten für den Job des Kanzlerkandidaten anbietet“, sagte Steinbrück der „Bild am Sonntag“. Allerdings fehlten der Partei für ein gutes Wahlergebnis bislang die richtigen Inhalte: „Wenn die SPD weiter so auftritt wie derzeit, wird sie es schwer haben, über 30 Prozent zu kommen. Sie mobilisiert nicht, sie weckt keinen Enthusiasmus, sie reißt niemanden mit.“

Entscheidend sei, mit welcher „Erzählung“ die SPD 2017 antreten werde. „Momentan erscheint sie mir kaum präsent, zentrale Zukunftsfragen zu thematisieren“, monierte der frühere Bundesfinanzminister. Er warnte: „ Das Abarbeiten des Koalitionsvertrages wird die SPD nicht über 30 Prozent führen.“ Schuld an den schlechten Umfragewerten sei eine eindimensionale Politik: „Die Fixierung weiter Teile der SPD auf das Thema soziale Gerechtigkeit wird nicht reichen. Zumal andere Parteien wie die Grünen, die Linken oder CDU/CSU ja nicht wie die Abrissbirne des Sozialstaates dastehen. Die SPD muss auch auf eine wirtschaftliche und kulturelle Mehrheit zielen.“

Der 2013 gescheiterte SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück hadert nicht mehr mit seiner Niederlage. Im Gegenteil: Diese brachte ihm „Lebensqualität und Zeitsouveränität“. Und: „Ich kann das Wort Nein wieder buchstabieren und ich kann Dummbeutel auch Dummbeutel nennen. Ich muss auf die innerparteiliche Korrektheit nicht mehr so viel Rücksicht nehmen.“ Darüber, was er tun würde, wenn er Kanzler geworden wäre, denke er nie nach. „Ich halte nichts von solchen Spinnereien, ohne Verantwortung übernehmen zu müssen.“

dpa

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