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Die Modellauto-Affäre macht Christine Haderthauer weiter zu schaffen.

Doch nicht so viel Idealismus?

Ex-Geschäftspartner widersprechen Haderthauer

München - Die Modellbau-Affäre um Christine Haderthauer geht in die nächste Runde. Nun haben ihre ehemaligen Geschäftspartner einer Darstellung widersprochen.

Die früheren Modellauto-Geschäftspartner von Staatskanzleichefin Christine Haderthauer haben der Darstellung der CSU-Politikerin widersprochen, es habe sich um ein von Idealismus getragenes Engagement gehandelt. Stattdessen habe das Gewinnstreben im Vordergrund gestanden, wie die beiden Geschäftsleute Roger Ponton und Friedrich Sager dem Bayerischen Fernsehen sagten. „Es ging nur darum, möglichst schnell die Fahrzeuge fertigzustellen und sie zu verkaufen, dass die Investitionen wieder zurückkommen und dass Geld verdient wird“, sagte Sager dem Fernsehsender laut einer am Donnerstag vorab verbreiteten Mitteilung.

Haderthauer war Anfang der 1990er Jahre als Gesellschafterin in die Firma eingestiegen. Die Modellautos waren zunächst im Bezirkskrankenhaus Ansbach und später im Bezirkskrankenhaus Ansbach von psychisch kranken Straftätern gebaut worden, Hauptkonstrukteur war ein Dreifachmörder, den Haderthauers Mann Hubert als Arzt im Maßregelvollzug kennengelernt hatte.

Seit vergangener Woche ermittelt die Staatsanwaltschaft München II wegen Betrugsverdachts gegen Haderthauer. Grundlage der Ermittlungen ist eine Anzeige Pontons, der 2011 vom Ehepaar Haderthauer 20 000 Euro Abfindung für seinen Anteil erhalten hatte. Ponton glaubt, dass das Ehepaar die Gewinne zu niedrig angab und er für seinen Anteil das Doppelte bis Dreifache hätte bekommen müssen. Die Frage, ob die Firma ursprünglich ein soziales Projekt oder ein normales gewinnorientiertes Unternehmen war, spielt wegen der Zweifel an Haderthauers Glaubwürdigkeit in der politischen Diskussion eine Rolle, nicht jedoch bei den Ermittlungen.

Die Staatskanzleichefin hatte am Dienstag erklärt, die Beteiligung an Sapor Modelltechnik sei ein „von Idealismus getragenes Engagement finanzieller Art“ gewesen. Die Anwürfe bezeichnete sie als „Gerüchte und Verleumdungen“. Haderthauers Strategie, die Firmenbeteiligung als wohltätiges Werk darzustellen, stößt aber auch bei CSU-Parteifreunden überwiegend auf Kritik und Unglauben.

Nach Angaben der zwei ehemaligen Geschäftsleute war Anfang der 1990er Jahre bei den Verhandlungen über eine Beteiligung Haderthauers keine Rede davon, dass die gemeinsame Firma einen sozialen Zweck erfüllen solle. Stattdessen sei die niedrigen Stundenlöhne für die Insassen in Ansbach und Straubing ein Faktor gewesen. „Eine billigere Arbeitskraft konnte man nicht bekommen“, sagte Ponton.

Der Sender zitierte darüber hinaus einen Brief Haderthauers an Sager aus dem Jahr 1994: „Wie Ihnen ja auch bekannt ist, hatten wir bei Gründung der Firma einen wesentlich schnelleren Erfolg vor Augen.“ Haderthauer nimmt inzwischen nicht mehr Stellung zu den Anwürfen. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte ihr am Dienstag geraten, die Fragen der Staatsanwaltschaft zu beantworten und nicht öffentlich zu diskutieren.

dpa

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