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Intensivtäter Mehmet 2001 vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München (Archivfoto)

Erdogan vs. Böhmermann

Ex-Serienstraftäter Mehmet meldet sich auf Facebook zu Wort

München - Als Serienstraftäter kam Mehmet Muhlis Ari aus München schon als Minderjähriger zu trauriger Berühmtheit, wurde verurteilt und flüchtete in die Türkei. Nun hetzt er auf Facebook gegen Böhmermann - und spricht Erdogan sein Mitgefühl aus.

Als Ex-Intensivtäter Mehmet 2013 seine Autobiografie auf der Frankfurter Buchmesse vorstellen wollte, durfte er nicht nach Deutschland einreisen. Grund: ein vorliegender Haftbefehl der deutschen Behörden. Jetzt ist Mehmet Muhlis Ari wieder schriftstellerisch aktiv: Er schrieb laut „Bild“ auf Facebook ein Gedicht, mit dem er gegen Jan Böhmermann übel angeht. Das Blatt hat den Facebook-Post veröffentlicht . Darin: allerlei Beschimpfungen, rumpelige Reime und viele Rechtschreibfehler. Hier eine Kostprobe: „Jan das reimt sich auf Mann und Fun - doch beides ist der Verbaler Wixer nicht -  höchstens 1 kleines Böhmermännchen mit 1 unlustigen Türken-Hass-Gedicht. Erdogan werde „Scharwarma“ aus Böhmermann machen, schreibt Mehmet weiter - und meint damit wohl die türkische Fleischspeise Shawarma.

Mehmet hat „starkes Mitgefühl“ mit Erdogan

Über seinen Anwalt ließ Mehmet der „Bild“ auf Anfrage ausrichten: „Ich war schon oft in ähnlichen Situationen wie mein Präsident Erdogan und musste mir gerade in der deutschen Presse viele Ungerechtigkeiten gefallen lassen. Daher habe ich ein starkes Mitgefühl mit Präsident Erdogan. Ich bin daher auf die Idee gekommen, mal einige Zeilen zu Herrn Böhmermann zu verfassen.“ Warum der heute 33-Jährige damit so lange gewartet hat, dafür gibt es keine Erklärung. Denn die Affäre um das Schmähgedicht gegen Erdogan ist fast ein Jahr her.

Video: Was wird aus Böhmermanns Schmähgedicht?

Der gebürtige Münchner Mehmet hatte Ende der 90ern noch vor seiner Strafmündigkeit mit 14 Jahren mehr als 60 Straftaten wie Körperverletzung oder Diebstähle begangen. Nach einer ersten Verurteilung und Abschiebung in die Türkei durfte er nach einem Rechtsstreit wieder nach Deutschland zurückkehren. Weil Mehmet seine Eltern erpresste, verprügelte und mit dem Tode bedrohte wurde er 2005 zu weiteren Freiheitsstrafe verurteilt -  flüchtete aber in die Türkei. Die Strafe ist mittlerweile verjährt, Mehmet könnte eigentlich wieder nach Deutschland einreisen. 

Lesen Sie auch: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann: "Mehmet wollen wir hier nicht"

mb/Video: snacktv

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