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Die Flut an Asylanträgen setzt die Mitarbeiter des BAMF unter Druck.

Viele befristete Jobs

„Existenzangst und Stress“: Linke kritisieren Personalpolitik im Flüchtlingsamt

Dass die Mitarbeiter im Bundes-Flüchtlingsamt angesichts der Flut an Asylanträgen unter enormen Druck stehen, ist hinlänglich bekannt. Dei Linke kritisiert nun, dass im Amt ein „Betriebsklima der Angst“ herrsche.

Die Linke im Bundestag kritisiert die große Zahl befristeter Arbeitsverhältnisse im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Fast die Hälfte aller Jobs sei ohne Sachgrund befristet. Seit Anfang des Jahres habe die Behörde in Nürnberg mehr als 1100 befristete Stellen auslaufen lassen. Gleichzeitig seien knapp 650 neue Stellen ausgeschrieben worden, davon erneut 630 mit sachgrundloser Befristung.

„Betriebsklima der Angst“

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Klaus Ernst rügte: „Mit dem beliebigen Beschäftigen und Kündigen von Personal organisiert die öffentliche Hand ein Betriebsklima der Angst und Unsicherheit innerhalb der Belegschaft.“

Die gewerkschaftspolitische Sprecherin Jutta Krellmann ergänzte: „Gerade beim BAMF, wo über das Leben hunderttausender Menschen entschieden wird, müssen sich die Beschäftigten ohne Existenzangst und übermäßigen Stress auf die Arbeit konzentrieren können.“ Eine weitere Folge dieser Personalpolitik seien kurzfristig und damit unzureichend ausgebildete Mitarbeiter. Es verwundere daher nicht, wenn immer wieder über Fehler bei der Fallbearbeitung berichtet werde. Erst kürzlich war bekannt geworden, dass der Messerangreifer von Hamburg nur nicht abgeschoben wurde, weil die Behörden eine Frist verpassten.

Fast die Hälfte befristet angestellt

Laut einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linken waren im Jahr 2014 rund 12 Prozent des BAMF-Personals befristet beschäftigt. Derzeit beträgt der Anteil 46,5 Prozent. Nur knapp 0,5 Prozent der Befristungen haben einen Sachgrund.

Nach dem großen Zuzug Hunderttausender Flüchtlinge hatte das BAMF innerhalb von kurzer Zeit tausende neue Mitarbeiter einstellen müssen - ein Großteil davon befristet. Nach einem zeitweisen Höchststand von etwa 10.000 Mitarbeitern hat die Behörde derzeit noch rund 7800 Leute. Auch die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge ist in den vergangenen Monaten gesunken.

Das Bamf erreicht bei seinen Asylentscheidungen einem Bericht zufolge nach wie vor nicht die internen Zielvorgaben.

dpa

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