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Als der Brexit feststand war er noch überrascht, jetzt überrascht er die Briten:  Nigel Farage.

Er will "sein Leben zurückhaben"

Exit nach dem Brexit: Ukip-Chef Nigel Farage tritt zurück

London - Er ist maßgeblich mit dafür verantwortlich, dass Großbritannien die EU verlässt. Doch nun wirft der Chef der rechtspopulistischen britischen Ukip-Partei Nigel Farage hin. Mit einer sonderbaren Begründung.

Er wolle "sein Leben zurückhaben", so Nigel Farage bei einer Pressekonferenz am Montag. Seit dem Votum für den Brexit schlägt den EU-Gegnern in Großbritannien heftige Kritik aus der Bevölkerung entgegen. 

Mit der Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union habe er sein politisches Ziel erreicht, sagte Farage am Montag vor Journalisten in London. Und: "Ich habe entschieden, als Chef der Ukip zurückzutreten".

Seinen Sitz im EU-Parlament will Farage behalten

Farage war neben dem Ex-Londoner Bürgermeister Boris Johnson einer der entschiedensten Verfechter des Brexit, für den sich bei dem Referendum vor eineinhalb Wochen knapp 52 Prozent der Briten aussprachen. Zudem sorgte er als Ukip-Chef immer wieder mit populistischen und fremdenfeindlichen Parolen für Schlagzeilen. Er ist seit 17 Jahren Mitglied des Europaparlaments. Seinen Sitz dort will Farage trotz seines Rückzugs von der Ukip-Parteispitze behalten.

Asselborn nennt Farages Rückzug "sehr feige"

Kritik am Rückzieher von Farage kam am Montag umgehend: Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn bezeichnete den Rücktritt als "sehr feige". "Auf einmal ziehen sich Politiker wie Boris Johnson und Nigel Farage wieder in ihr Schneckenhaus zurück“, sagte Asselborn dem „Tagesspiegel“. Und: "Ich hoffe, dies dürfte eine Lehre sein, dass man politischen Opportunisten wie der AfD in Deutschland oder Geert Wilders in den Niederlanden nicht auf den Leim gehen darf." Ähnlich sieht es der österreichische EU-Parlamentarier, Othmar Karas: „Die Zündler schleichen sich davon. Das Nicht-Antreten Boris Johnsons und der Rücktritt Nigel Farages zeigen die Verantwortungslosigkeit und Planlosigkeit der Brexit-Befürworter", so der ÖVP-Politiker. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Axel Schäfer forderte, dass Farage und Johnson ihre Parlamentssitze in Westminster und Straßburg aufgeben sollten.

Johnson: Regierung muss gute Seiten eines EU-Austritts darstellen

Brexit-Wortführer Boris Johnson.

Unterdessen hat Brexit-Wortführer Boris Johnson hat der britischen Regierung vorgeworfen, die positiven Seiten eines EU-Austritts nicht dargestellt zu haben. „Es war falsch von der Regierung, die Öffentlichkeit vor eine Wahl über die EU zu stellen, ohne bereit zu sein zu erklären - falls die Menschen für einen Austritt stimmen - wie dies im Interesse Großbritanniens und Europas funktionieren könnte“, schrieb Johnson in der Zeitung "The Telegraph". Die Regierung müsse nun eine klare Ansage dazu machen. Man könne damit nicht auf einen neuen Premierminister warten.

Nach dem Votum für einen Austritt Großbritanniens aus der EU hatte Premierminister David Cameron seinen Rücktritt bis Oktober angekündigt. Johnson hatte völlig überraschend auf eine Kandidatur verzichtet. Bei den Konservativen wird nun Innenministerin Theresa May von den Medien als Favoritin für die Nachfolge gehandelt, auch Justizminister Michael Gove soll Chancen auf den Posten haben. Das Referendum hat auch die Labour-Partei in eine Krise gestürzt. Trotz Misstrauensvotum und Kritik aus der eigenen Partei hält der Vorsitzende Jeremy Corbyn aber weiter an seinem Amt fest.

dpa/AFP

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